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DIE GEFAHR IST IMMER DABEI: Taylor (Jake Gyllenhaal) und Zavala (Michael Peña) dokumentieren einen ihrer Einsätze mit der Kamera.

DIE GEFAHR IST IMMER DABEI: Taylor (Jake Gyllenhaal) und Zavala (Michael Peña) dokumentieren einen ihrer Einsätze mit der Kamera.© Scott Garfield

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Filmkritik

Polizeifilm - "End of Watch"

Starker Polizeifilm mal ohne korrupte Cops: David Ayers „End of Watch“ mit Jake Gyllenhaal.

Mexikanische Gangs sind gaga. Eigene Regeln. Beispiellose Gewaltbereitschaft. Keine Gnade. Das versichert einer von der ausdem Nichts heranbrausenden Spezialeinheit den beiden L.A.-Cops Taylor und Zavala. Die haben in einem Haus pervers verzierte Waffen und gefangene Menschen gefunden. Das nächste Mal stoßen sie auf Drogen und zerstückelte Leichen. Und das übernächste Mal tanzen sie in einem Hinterhalt durch den Kugelhagel von gleich vier Maschinenpistolen. Und nur knapp schaffen es die beiden Buddys ein letztes Mal (beinahe) unbehelligt aus der Blei-Misere.

Ein Polizeifilm. „End of Watch“ ist weder ein Hohelied auf den edlen Hüter des Gesetzes noch die alte böse Hollywoodmoritat von Korruption und Amtsmissbrauch. Taylor (Jake Gyllenhaal) und Zavala (Michael Peña) sind Partner im Streifenwagen, sie fahren den härtesten Bezirk, sie lieben diese Patrouille, sie legen die Regeln zuweilen etwas weit aus, und nachdem sie bei einer Verfolgungsjagd einen Flüchtigen erschossen haben, hält man sie als Zuschauer zunächst für Schufte mit Abzeichen. Schließlich ist David Ayer Regisseur von „End of Watch“ – der Mann, der den sonst so smarten Denzel Washington in seinem Drehbuch zu „Training Day“ zu einem der verderbtesten Cops der Kinogeschichte runtergezogen hatte.

Bald stehen die Partner nur noch unter Macho-Verdacht. Jungs, die sich für die Besten im Geschäft halten, sich gegenseitig veralbern, derb oder auch mal gehemmt über Mädels plaudern, die aber ehrbare Staatsdiener sind und die Werte von Freundschaft und Loyalität hoch halten. Der streng katholische Mexikaner und das „Weißbrot“, das nach 1001 Ganoven endlich mal eine Braut geschnappt hat, sind einander wie Brüder. Gemeinsam fühlen sie sich unverwundbar. Man erlebt, wie sie Kinder aus dem Elend von Crackhuren befreien, andere aus einem brennenden Haus retten, man erlebt die Geburt von Zavalas Baby, die Hochzeit von Taylor. „Fühlst du dich wie ein Held?“, fragt Taylor. Zavala veneint: „Ich auch nicht.“ Gyllenhaal („Brokeback Mountain“) und Peña („World Trade Center“) machen ihre Figuren glaubwürdig, die Rollen zählen zu den Höhepunkten beider Karrieren.

Ein Cocktail aus Kameras macht den Film so prickelnd, was im Zeitalter der Alles-Abbildung auch nicht unplausibel erscheint. Taylor und Zavala filmen ständig ihren Alltag, im Polizeiwagen läuft zudem immer eine Kamera mit, die das Vorgehen der Beamten dokumentiert, die Kriminellen im Viertel halten ihre Frevel und Feiern auch gern fest, und über all dem Reality-Gewese schwebt die Kamera, die abseits der schrägen Perspektiven und des Wiggelwaggels klare Bilder aus der schwankenden Stadt der Engel liefert.

Ayer hat gut recherchiert. Das reicht von der Ausstattung eines Polizistenspinds bis hin zu einer simplen Geste des Selbstschutzes – wenn Zavala im Auto die Pistole von innen gegen die Tür drückt, als ihm draußen ein schwarzer Gangchef Respekt bekundet und ihm bei der Gelegenheit verrät, dass ein Kopfgeld auf ihn und Taylor ausgesetzt wurde.

Der Film nimmt stets an Härte zu, dem Betrachter wird ein robuster Magen abverlangt, vor allem, wenn den überkorrekten Cop Van Hauser (David Harbour) auf dem Trottoir das Schicksal mit dem Küchenmesser ereilt. Starker Tobak. Im letzten Akt dann der Untergang. Und nach dem Untergang noch eine Erinnerung. An zwei auf Streife, die wie Brüder waren. Der eine erzählt, wie er unters Bett der heimkehrenden Brauteltern floh, um nicht in flagranti ertappt zu werden, und wie die alten Herrschaften über ihm eine besonders abartige Nummer schoben. Gelächter. Abspann. Abschied. Von zwei starken Charakteren und einem der besten Polizeifilme der letzten Jahre.

Bewertung; 4/5


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