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ALLE ACHTUNG: Publikum und Jury zollten den Leistungen der Dichter großen Respekt – und natürlich viel Beifall.© Behrens

Literatur

Poetry Slam in der Oper

Publikum und Dichter lassen Spielzeit in der Oper entspannt ausklingen

Nach 14 erfolgreichen Terminen ist der Poetry Slam „Macht Worte!“ in der Staatsoper eine Instanz im hannoverschen Kalender. Und auch zur 15. Dichterschlacht sind 1000 Zuschauer in die Oper gekommen. In entspannter Stimmung lassen acht Poeten die Spielzeit ausklingen.

Und wie man es von einem eingespielten Team erwartet, kann man sich auf das Stammpersonal verlassen: ein motiviertes Publikum, die holprig-verspielte Moderation von Jan-Egge Sedelies und Henning Chadde und klasse Texte der Dichter. An die Regeln wird auch noch einmal erinnert, obwohl die „Streber“ getauften Stammgäste in den ersten Reihen natürlich schon Bescheid wissen. Jeder Poet wird vom Publikum durch Klatschen und von zehn Impro-Jurys mittels eines Punktesystems bewertet, wer am Ende die meisten hat, kommt ins Finale.

So simpel das Format, so komplex die Inhalte: „Ein Oberthema gibts nicht“ erinnert Chadde die Besucher, und so könnten die Texte kaum unterschiedlicher sein. Temye Tesfu schaut im „imaginären Atlas“ nach seiner Herkunft, Stefan Dörsing bietet eine Polemik über „drei beschissene Dinge“. Tobias Kunze hat eine ganze Liste von Kritikpunkten für das deutsche Volk, und zu Sylvie le Bonheurs von Ekelhumor durchzogener Kurzgeschichte lachen sich die Slam-Fans kringelig.

Ruhig wird es dann im Publikum bei Felix Römers Kindheitsgeschichte des Urgroßvaters. Die Kriegsleiden gehen nahe, bei manchen Zuschauern fließen ehrliche Tränen. Dann wird wieder gelacht bei Malte Rosskopfs Ode an die Freunde, mit welcher der Berliner ebenso ins Finale einzieht wie die Bremerin Rita Apel mit ihren Tipps für Schlechtgelaunte.

Doch der Gewinner des Abends wird Jan Philipp Zymny, der mit seinen absurden Tiraden nicht nur den Hauptpreis (einen Spielzeugbulli aus dem Opernfundus), sondern auch die meisten Lacher kassiert. Riesenapplaus für die Slam-Organisatoren. Poeten, Moderatoren und Publikum freuen sich schon auf die nächste Spielzeit.

Bewertung 4/5


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