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TOLLE GITARRE: Fischer Z begeistern mit Rocksongs und Balladen im Capitol. © Philipp von Ditfurth

Konzert

„Perfect Day“: Fisher Z rockt die Vergangenheit

Echte 70er-Jahre-Band im Capitol – die Antikriegssongs wirken noch immer – John Watts spielt im Publikum.

Hannover. Mit dem obligatorischen, kleinen schwarzen Hut und seiner mintgrünen Gitarre, beginnt John Watts das Solo-Intro. Der gute Song „Further from Love“ ist Startschuss für eine zielstrebige Zeitreise in den Post-Punk der späten 70er Jahre. Und zu seinem letzten Radio-Hit, der Erfolgssingle „The Perfect Day“, kommt seine dreiköpfige Band auf die Bühne. Mit „Bigbeatpoetry“ wird es spannender. Der Song mit der Sechzehntel-Hi-Hat ist überraschend dunkel und duster.

Fischer-Z sind tatsächlich eine echte 70er-Jahre-Band. Ihr Debüt-Album, „Word Salad“, ist noch aus dem Jahre 1979. John Watts’ Stimme ist es, der das Quartett ihre Popularität verdankt: Das immer noch hohe Falsett, das gern ein wenig an Sting erinnert, dazu die melodischen Verse. Speziell beim Song „Pretty Paracetamol“ wird der Zeitgeist spürbar.

Die recht trocken agierende und etwas apathische Band legt indes Grooves unter die alten und neuen Songs. Sie eiern gern mal rum, alle vier, eigentlich sollten sie doch eingespielt sein, doch vielleicht ist das ihr Echtheitssiegel. John ist in seinen Ansagen mitunter schwer zu verstehen. Er hat uns viel mitzuteilen, doch die ironischen Sprüche in seiner Muttersprache gehen oft unter. „The Worker“, reißt uns wieder in die Vergangenheit zurück.

Watts läuft ins Publikum und rockt in der Menge mit seiner Gitarre weiter. „Foorsischt!“, ruft der Roadie und läuft mit der Taschenlampe voraus. „One Voice“ gerät funky, „Is the Love“ ist eine romantische Ballade. Für „So Long“ und das Antikriegslied „Cruise Missiles“ bekommt er viel Beifall von den 600 Zuschauern.

John schlägt die Saiten von oben an, und das ziemlich schnell. Nicht der einzige Hinweis auf die 70er-Jahre-Herkunft der Band und ein nicht zu unterschätzender Kraftakt. Bei „Marliese“ begleitet der Glücksschrei des Publikums den eingängigen Refrain. „Berlin“ - „On this Island in Germany“ gerät viel zu langsam. Trotzdem, eine gute Auswahl an New-Wave-Songs, die manchmal klingen wie liebe Kinderlieder. Vielleicht auch ein Grund für ihre Popularität.

Bewertung: 4/5

VON KAI SCHIERING


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