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HIER GINGS GUT: Die fantastische 
„Traviata“ von Benedikt von Peter in der Staatsoper mit Nicole Chevalier.

HIER GINGS GUT: Die fantastische
„Traviata“ von Benedikt von Peter in der Staatsoper mit Nicole Chevalier.© Jauck

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Opern

Oper wechselt „Meistersinger“-Regie aus

Es sollte eine der großen Premieren der Spielzeit werden: Richard Wagners „Meistersinger“. Engagiert hatte Hannovers Staatsoper den jungen Starregisseur Benedikt von Peter, der bereits mit seiner „Traviata“ im vergangenen Jahr überregionale Aufmerksamkeit auf Hannover gelenkt hatte.

Hannover. Gestern gab die Oper in einer dürren Mitteilung bekannt, dass es für die Produktion der „Meistersinger“ ein neues Regieteam gibt: Olivier Tambosi wird nun das Wagner-Stück zum Jubiläumsjahr inszenieren - und hat nicht mehr viel Zeit, Premiere soll am 8. Juni sein, was für Opernverhältnisse ziemlich knapp ist.

Über die Gründe schweigt sich die Oper aus. Sie „sah sich bedauerlicherweise nicht in der Lage, das künstlerische Konzept von Benedikt von Peter umzusetzen“. Mehr Informationen gebe es halt nicht.

Es gab wohl große und letztlich unlösbare Probleme bei der musikalischen Umsetzung. Denn der Regisseur ist dafür bekannt, dass er Sänger und Orchester gern an Orten platziert, an denen sie sonst eher wenig zu suchen haben. Mit allerdings verblüffenden Effekten, wie Hannovers „Traviata“ gezeigt hat. Wenn die leidende Kurtisane allein auf der Bühne steht, der Orchestergraben dicht ist, die Musiker in den Bühnenhintergrund verbannt spielen und die Mitsänger irgendwo im zweiten Rang singen, dann ist das ein ebenso irrer wie begeisternder Effekt - verlangt von Musikern und Sängern aber Höchstleistungen in Sachen Koordination ab - sonst gerät die ganze Oper musikalisch neben die Spur.

Bei der „Traviata“ geht das gerade noch. Bei den „Meistersingern“ sind mit Riesenorchester, Chor und enormen musikalischen Anforderungen, und das noch über eine doppelt so lange Zeit hinweg, allerdings ganz andere Anforderungen zu bewältigen: Die Handschrift von Benedikt von Peter ist hier an seine Grenze gekommen, Hans Sachs und seine Meistersinger im Parkett und auch sonst singend im Opernhaus zu versammeln, lässt sich musikalisch nicht stemmen. Deshalb hat Intendant Michael Klügl die Reißleine gezogen und Olivier Tambosi verpflichtet. Der ist ausreichend theatererfahren, hat in Hannover schon mit einem prallen „Falstaff“ überzeugt, an vielen großen Häusern gearbeitet (New York, Barcelona, Hamburg) und ist Wagner-erfahren („Tristan und Isolde“).

Mit Benedikt von Peter soll es auch weitergehen. Die Oper freut sich auf eine neue Zusammenarbeit in der nächsten Spielzeit.


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