Navigation:
TAUTE AUF: Noa gab sich zuerst wortkarg, erzählte dann von sich und genoss am Ende ihres Auftritts im Pavillon die stehenden Ovationen des Publikums.

TAUTE AUF: Noa gab sich zuerst wortkarg, erzählte dann von sich und genoss am Ende ihres Auftritts im Pavillon die stehenden Ovationen des Publikums.© Herzog

Konzert

Noa überwältigt ihre Fans im Pavillon

Israels Sängerin Noa überwältigt ihre Fans im Pavillon mit gesungenen Geschichten in diversen Stilen.

Hannover. Ihre Hände tanzen mal wie eine Welle, mal wie der Flügel eines Vogels durch die Luft, als versuchten sie der Melodie ein Bild zu geben, die Noa gerade singt. Zwischendurch schließt sie die Augen, dann schaut sie wieder ganz wach in das Publikum und ihre Mimik macht für alle deutlich, dass sie gerade nicht nur einen Liedtext singt, sondern eine Geschichte erzählt - mal eine schöne, mal eine traurige. Auch wenn nur die wenigsten Gäste am Dienstagabend im Pavillon Hebrä-isch sprechen dürften, hat wohl jeder verstanden, worum es ging.

Noa, die in Wirklichkeit Achinoam Nini heißt und im Ausland als bekannteste Sängerin aus Israel gilt, nimmt ihr Publikum an diesem Abend mit auf eine musikalische Reise. Sie singt den größten Teil ihrer Songs in ihrer Muttersprache Hebräisch - auf Englisch klingt sie dann poppig, auf Italienisch klassisch. Und als sie das jemenitische Lied anstimmt, das ihre Großmutter ihr beigebracht hat, gewinnt ihre Stimme wieder eine andere Klangfarbe.

Zwar tragen die Lieder der in den USA aufgewachsenen Sängerin deutlich den Charakter einer Singer-Songwriterin, vermischen sich aber mit Klangmustern aus dem Nahen Osten, weisen Jazz-Elemente auf und werden manchmal sogar rockig. Das Zusammenspiel des Solis String Quartet aus Neapel mit Noas Gitarrist und musikalischem Partner Gil Dor ist lebendig, überall scheinen einzelne Töne durch den Raum zu schwirren. Noa hält sie zusammen mit ihrer wohligen Stimme, die kräftig klingen und leicht schwingen kann.

Die Stimmung im Raum wächst von Lied zu Lied, gleichzeitig bricht die Distanz zwischen Publikum und Band. Ist Noa zunächst relativ wortkarg, erzählt sie im Lauf des Abends zwischen den Songs von sich oder präsentiert ihre Musiker. Als sie sich selbst an die Trommeln stellt, ruft sie Freudenschreie heraus und sprüht vor Temperament. Spätestens, als Noa sich selbst durch Percussion auf ihrem Schlüsselbein begleitet, hat sie jeden aus dem Publikum für sich gewonnen.

Sie komme nicht ohne etwas zu fühlen nach Deutschland, bekennt Noa am Ende des Konzerts. Dass sich an einem Abend wie diesem Menschen verschiedenen Glaubens und mit einer derart bedeutsamen Geschichte zusammenfinden und durch die Musik eine Verbindung eingehen, sei alles andere als selbstverständlich. Und so bedankt sie sich für die Standing Ovations und den lang anhaltenden Applaus mit drei Zugaben und dem Song „Shalom, Shalom“ (,Frieden, Frieden‘).

Bewertung: 5/5


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was ist Ihre Wunschkoalition für Niedersachsen?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie