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Tänzerin Madoka Sugai auf der Fotoprobe zur Uraufführung des Balletts «Turangalila» von John Neumeier unter der musikalischen Leitung von Kent Nagano.

Tänzerin Madoka Sugai auf der Fotoprobe zur Uraufführung des Balletts «Turangalila» von John Neumeier unter der musikalischen Leitung von Kent Nagano. © Markus Scholz

Tanz

"Nijinsky-Gala" krönt Ballett-Tage

Die "Nijinsky-Gala" ist jedes Jahr der krönende Abschluss der Hamburger Ballett-Tage. In diesem Jahr stand das fünfstündige Ballett-Ereignis im Zeichen charismatischer Persönlichkeiten.

Hamburg. Mit einem Strauss roter Rosen in der Hand wirft sich der Dichter Gabriele D'Annunzio der auf einer Chaiselongue liegenden Schauspielerin Eleonora Duse zu Füßen.

Sie wirft ihm eine Rose erst verächtlich zurück, um sie dann beim zweiten Versuch doch anzunehmen: Hin- und hergerissen zwischen magischer Anziehungskraft und Befreiung von dieser unheilvollen Liaison kämpft Alessandra Ferri als Duse mit ihren ambivalenten Gefühlen für den italienischen Dichter (Karen Azatyan). Schließlich wälzen sich beide voller Ekstase auf dem Boden, der egozentrische D'Annunzio posiert noch fast nackt für die Fotografen, bevor er seine Hose wieder anzieht und geht.

Der leidenschaftliche Pas de deux aus John Neumeiers Ballett "Duse" war am Sonntagabend einer der Höhepunkte der "Nijinsky"-Gala zum Abschluss der 42. Hamburger Ballett-Tage. Unter dem Titel "Porträts in Tanz und Musik" präsentierte das Hamburg Ballett unter anderem Ausschnitte aus den Neumeier-Balletten "Fenster zu Mozart", "Nijinsky" und "Illusionen - wie Schwanensee". Ballett-Intendant John Neumeier (74) führte wie immer charmant und mit persönlichen Anmerkungen durch den fünfstündigen Abend. Musikalisch wurde die Gala von Simon Hewett und dem Philharmonischen Staatsorchester begleitet. Am Ende gab es langanhaltenden Applaus für alle Mitwirkenden, jede Menge prachtvoller Blumensträuße und Konfetti-Regen.

Der erste Teil des Abends war den starken Frauen gewidmet: Neben Alessandra Ferri als Eleonora Duse (1858-1924) überzeugte Tamara Rojo als Isadora Duncan (1877-1927), der Wegbereiterin des modernen, sinfonischen Ausdruckstanzes. In einer Choreografie von Frederick Ashton schwebte die Ballerina zur Klaviermusik von Johannes Brahms in einem fließenden lachsfarbenen Kleid barfuß wie eine griechische Göttin über die Bühne. Die Gasttänzer Anna Tsygankova und Matthew Golding vom Dutch National Ballet zeigten einen Pas de deux aus "Mata Hari", während die Hamburger Solistin Anna Laudere in einer stillen und leisen Interpretation von Michel Fokines "Der sterbende Schwan" brillierte, der einstigen Paraderolle der russischen Primaballerina Anna Pawlowa (1881-1931).

Im zweiten Teil des Abends zeigte die Compagnie Auszüge aus Neumeiers Ballett "Bernstein Dances" aus dem Jahr 1998, das anlässlich des 100. Geburtstag des amerikanischen Komponisten Leonard Bernstein (1918-1990) wieder aufgenommen werden soll. "Leonard Bernstein war nicht nur ein ausgezeichneter Komponist und Dirigent, sondern auch ein wirklicher Freund", sagte Neumeier. Daher seien auch persönliche Gedanken in seine getanzte Hommage eingeflossen. In der Rolle des Leonard Bernstein zeigte der Erste Solist und Stellvertreter Neumeiers, Lloyd Riggins, nochmals all sein tänzerisches Können und seine enorme Ausdrucksfähigkeit, für die er 2004 mit dem "Benois de la Danse", einem der renommiertesten Ballett-Preise, ausgezeichnet wurde.

Im dritten Teil des Abends feierten zwei Choreografen ihr Debüt beim Hamburg Ballett, die zur Zeit "in" sind, wie Neumeier es ausdrückte: Der Russe Yuri Possokhov war vertreten mit einem Pas de deux aus "Bells" zur Musik von Sergei Rachmaninow und der britische Choreograf Russell Maliphant präsentierte "Entwine" zur Musik von Philip Glass, anmutig und berührend interpretiert von Alessandra Ferri und Herman Cornejo. Höhepunkt war jedoch der letzte Satz aus dem 1. Akt von Neumeiers Ballett "Nijinsky". Zur Musik von Frédéric Chopin und Dmitri Schostakowitsch überzeugten Alexandre Riabko als Nijinsky (1889-1950), Hélène Bouchet als seine Frau Romola und Aleix Martinez als sein Bruder Stanislaw in der letzten Vorstellung des charismatischen Tänzers und Choreografen.

dpa


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