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DER BART SITZT: Nick Oliveri begeisterte bei Chéz Heinz - diesmal ganz ohne Band und mit viel Stimme.

Konzert

Nick Oliveri überzeugt im Chéz Heinz mit Solo-Qualitäten

Der Mann hat eine gewisse Aura, die sich aber auf den ersten Blick nicht ganz greifen lässt. Es sind nicht unbedingt seine Glatze oder sein markanter langer Kinnbart, sondern eher der musikalische Dunstkreis, in dem er sich bewegt und der von ihm ausstrahlt.

Hannover. Die großen Namen der Vergangenheit, war Nick Oliveri doch Bassist bei den Stonerrock-Legenden Kyuss, Queens of the Stone Age und Sänger bei Mondo Generator. Im Chez Heinz steht er allein auf der Bühne. Anfangs ein ungewohntes Bild, diesen Mann nur mit einer Akustik-Gitarre bestückt zu sehen. Im Normalfall fühlt sich Oliveri in lauter Umgebung zu Hause, mit verzerrten Instrumenten und Rockband. Das trifft auch auf seinen Support Felix Mohr zu, der abseits seiner Hannover-Band Kettenfett eine halbe Stunde ein paar Lieder mit der E-Gitarre spielt und in wütend vorgetragenen Texten die Probleme unserer Gesellschaft seziert.

Es sind vor allem die Stimmen, die diesen Konzertabend so besonders machen. Oliveri singt so giftig und druckvoll, voller Wut und Kraft. Die fehlende Band im Hintergrund wird nach ein paar Liedern gar nicht mehr vermisst. Neben Klassikern von Queens of the Stone Age, wie etwa „Auto Pilot“ oder „You Think I Ain‘t Worth a Dollar, But I Feel like a Millionaire“, überzeugt er vor allem mit Stücken wie „I’m Gonna Leave you“ von seinem 2009er Akustik-Soloalbum „Death Acoustic“.

Ein Freund von Ansagen wird er wohl an diesem Abend nicht mehr, sind die Übergänge zum nächsten Song doch zumeist von einem schlichten „Dankeschön“ bestimmt. Erst bei der Zugabe taut er ein wenig auf und erzählt von seinem Alltag auf Tour. Seit über 30 Tagen spielt er sich quer durch Europa und hatte kaum einen freien Tag. Etwas erschöpft wirkt er und gibt auch zu, dass er ein bisschen krank sei, vor allem „im Kopf“. Kein Wunder bei der stimmlichen Energieleistung, die er im Chez Heinz auf die Bühne bringt.

Vor seinem letzten Lied sagt Oliveri, dass er eine Band um sich herum braucht, um dem Publikum die Songs in ihrer wahren Stärke präsentieren zu können. Er legt die Gitarre wieder weg, schnappt sich das Mikro und brüllt sich die Worte von Queens of the Stone Ages „Six Shooter“ aus Leib und Seele. Dann verlässt er die Bühne und lässt im Publikum Gänsehaut zurück.

Bewertung: 4/5


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