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Foto: Wotan Wilke Möhring und Fransika Weisz am Flughafen in Langenhagen.

Wotan Wilke Möhring und Fransika Weisz am Flughafen in Langenhagen.

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Fernsehen

Neun Fragen zum Tatort aus Hannover

Endlich mal wieder ein „Tatort“ aus Hannover: Gestern ermittelte Bundespolizist Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) am Flughafen. Drei Fälle in einem: Es ging um Mord, eine Schleuserbande und einen Syrien-Heimkehrer mit Terrorplänen. Die NP beantwortet alle offenen Fragen.

Hannover. Kommissar Falke schmuggelt eine Rasierklinge durch die Sicherheitsschleuse beim Check-in. Gibt es solche Realtests wirklich?
„In bestimmten Zeitabständen
werden die innerbetrieblichen Abläufe bei Handgepäck-Durchleuchtung und Personenkontrolle auf Herz und Nieren geprüft – solche Realtests gibt es wirklich“, bestätigt Frank Steigerwald, Sprecher der Bundespolizeiinspektion am Flughafen
Hannover. Angekündigt werden
sie selbstverständlich nicht: „Das soll unberechenbar bleiben. Jeder Mitarbeiter weiß, dass das in seiner Dienstzeit jederzeit passieren kann.“

Wurde das Film-Team bei den Dreharbeiten beraten?
Die Bundespolizeizentrale in Potsdam war einbezogen, außerdem gab es fachliche Beratung von den Kollegen am Flughafen Frankfurt. „Vor Ort habe ich die Dreharbeiten begleitet, ich konnte mich auch vorab in das Drehbuch einlesen, war bei der Motivbesichtigung dabei“, sagt Frank Steigerwald.

Gab es etwas zu meckern?
„Ein paar Ungereimtheiten bei der Bekleidung der Polizisten“, sagt er. In einer Szene ist zu sehen, wie Polizistin Julia Grosz (Franziska Weisz) ihre Waffe vor ihrem Spind lädt beziehungsweise eben nicht lädt. „Dafür gibt es extra Lade- und Entladezonen“, betont Steigerwald. Für den Fall, dass sich unbeabsichtigt ein Schuss löst.

Im Film nutzt eine Schleuserbande den toten Winkel zwischen den Kameras an Gate 13 und 14. Kann das passieren?
Steigerwald gibt sich bei diesem Thema bedeckt: „Die Kameras sollen alles flächendeckend im Blick haben.“ Schwachstellen wie im Film seien „künstlerische Freiheit“. Das gelte auch für den Tunnel, den die Schleuser gegraben hätten. „Wo käme denn da der Aushub hin?“, ist Steigerwalds realistischer Einwand.

Rocky Kovac (Christoph Letkowski) nutzt seinen Job als „Ramp Agent“, um Leute an den Kontrollen vorbei zu schleusen. Was gehört zu den Aufgaben eines Ramp Agent?
„Er hat viele Freiheiten“, bestätigt Flughafen-Sprecher Sönke Jacobsen. Ramp Agents sind Ansprechpartner für Piloten und Kabinenpersonal, organisieren die Betankung der Maschine, überwachen das Ein- und Ausladen des Gepäcks, koordinieren die Lieferung des Caterings und geben das Signal, dass Passagiere an Bord gehen können. Im Sicherheitsbereich und im Vorfeld kann sich der Ramp Agent frei bewegen. „Wer den Job machen will, muss durch die Sicherheitsprüfung“, betont Jacobsen. Und täglich durch Kontrollen. „Es gibt EU-Vorschriften“, sagt auch Bundespolizist Steigerwald trocken: „Wer im Sicherheitsbereich unterwegs ist, muss sich einloggen“ – und kann nicht wie Kovac an seinem freien Tag einen Terroristen ins Land lassen.

Kovac hält im Sicherheitsbereich eine Katze, damit Nagetiere keinen Schaden anrichten können. Gibt es so etwas?
„Nicht bei uns“, sagt Flughafensprecher Jacobsen. Allerdings gebe es am Airport einen Jagdhund – er gehört einem Mitarbeiter, der für „ornithologische Fragen“ zuständig sei: „Der Hund vergrämt Störche auf dem Gelände. Die sind ein leidiges Problem.“

Wie lange wurde am Flughafen gedreht?
Von 21. bis 24. April 2015. Der Betrieb lief parallel normal weiter, es wurden für die Dreharbeiten mit bis zu 40 Komparsen immer nur kleine Bereiche in der Ankunftsebene von Terminal C gesperrt. Dass der Airport die Kulisse für Szenen in Sicherheitsschleusen, am Counter und in den Hallen lieferte, kostete den NDR „eine kleinere fünfstellige Summe“, sagt Jacobsen.
Es gebe einen Gebührensatz für Drehgenehmigungen. Durch viele Gesprächsrunden im Vorfeld und Sicherheitsmaßnahmen (das gesamte Material des Filmteams musste durch die Sicherheitsschleuse) seien schließlich interne Kosten aufgelaufen.

Von wem stammt die Musik?
Hannovers Hit-Remixer Mousse T. hat den Soundtrack zusammen mit Filmmusikexperte Peter Hinderthür zusammengestellt. In einer der Schlussszenen ist fast drei Minuten lang der Song „Nearer to you“ zu hören, den Mousse T. mit dem britischen Sänger James Yuill geschrieben hat.

Was ist, wenn ich den „Tatort“ gestern verpasst habe?
Die Folge „Zorn Gottes“ wird heute ab 00.35 Uhr nochmal in der ARD gezeigt, außerdem kann sie unter „www.ardmediathek.de“ täglich ab 20 Uhr abgerufen werden.


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