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DA TANZT DAS SCHUHGESCHÄFT: 
Gisa Zach (links) spielt eine Hauptrolle in „Schwanensee in Stützstrümpfen“, Sebastian Kraft macht die Choreographie und tanzt auch mit, Bettina Dornheim (rechts) kommt für das Stück aus Berlin nach Hannover.

DA TANZT DAS SCHUHGESCHÄFT:
Gisa Zach (links) spielt eine Hauptrolle in „Schwanensee in Stützstrümpfen“, Sebastian Kraft macht die Choreographie und tanzt auch mit, Bettina Dornheim (rechts) kommt für das Stück aus Berlin nach Hannover.© Frank Wilde

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Theater

Neues Theater Start mit „Schwanensee in Stützstrümpfen“

Fünf Jahre nach der Übernahme durch Christopher von Berlepsch und Florian Battermann ist das Neue Theater auf Erfolgskurs: klasse Auslastung, viel Zuspruch. Jetzt gehts weiter, mit Komödie, Krimi und Magie. Und einem Verwandten: Thimon von Berlepsch.

Hannover. Einmal in den Originalkulissen spielen, im legendären Londoner St. Martin’s Theatre, da, wo Agatha Christies „Mausefalle“ seit 60 Jahren als Dauerbrenner läuft: schon ein Schauspielertraum. Für das kleine Ensemble des Neuen Theaters geht er am 15. September in Erfüllung, als einziges deutschsprachiges Theater darf es im Rahmen des „Mausefallen“-Jubiläums seine Version in London vorführen. Noch gibt es Karten - direkt in London oder als Busreise (Info: Neues Theater 0511/47 320 490).

Ein Jubiläum hat auch das Neue Theater hinter sich, die 50-Jahr-Feier - und ein überaus erfolgreiches Jahr: „Schon das zweite Jahr mehr als 80 Prozent Auslastung, jetzt bei mehr als 300 Vorstellungen“, vermeldet der Wirtschaftliche Leiter Christopher von Berlepsch, „das sind Größenordnungen, von denen wir bei der Übernahme vor fünf Jahren nicht zu träumen gewagt hätten.“

Vieles lief gut bis ordentlich, doch die „Landeier“ ließen wieder Rekorde platzen: „Wir waren sechs Wochen lang mitten im Sommer, in den Ferien, während des Schützenfestes und bei schönstem Wetter ausverkauft“, freut sich von Berlepsch, „eine Zeit, wo man es gerne für schwachsinnig hält, wenn ein Theater überhaupt aufmacht.“

So geht man mit großem Selbstbewusstsein in die neue Saison - und beginnt mit zwei Uraufführungen. Regisseur Jan Bodinus lässt ab 24. August „Schwanensee in Stützstrümpfen“ tanzen: Um das vom Konkurs bedrohte hannoversche Traditionsschuhhaus Bauer zu retten, wollen seine Verkäuferinnen einen Ballettabend auf die Beine stellen. Und nach einigen Turbulenzen steigt Chef Hubert Bauer selbst mit in das Tutu. Die abschließende Aufführung des „Schwanensees“ wird ein Knüller, versprechen die Macher: „Wir haben uns eigens die Ballets Trockadero de Monte Carlo angeschaut, wo Männer den Schwanensee tanzen“, berichtet Bodinus.

Eine Hauptrolle spielt wieder Gisa Zach, in Hannover geborene Schauspielerin, bekannt auch als Tierärztin Dr. Marie Stadler in der ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“, die im Neuen Theater schon in „Pretty Girl“ begeisterte.

Weniger Glück hatte das Neue Theater bislang mit der Besetzung der Hauptrolle in „Opa ist die beste Oma“: Zuerst war Tanja Schumann geplant, sie musste aber wegen Dreharbeiten absagen. Dann lag eine feste Zusage von Radost Bokel vor: „Aber eine Begleitperson wollte nicht mit nach Hannover, da hat sie abgesagt“, erzählt von Berlepsch und klingt wenig erfreut. Zur Premiere am 11. November wird, da ist er sicher, aber eine prominente Darstellerin in dem turbulenten Stück um einen Opa die Leihoma spielen.

Mit „Pinguinwetter“ ab 20. Februar 2014 wird wieder ein Bestseller auf die Bühne gebracht: „Damit haben wir sehr gute Erfahrungen ge-macht“, so von Berlepsch. Und das Kriminalstück „Agatha Christies Hobby ist Mord“ von Florian Battermann war andernorts schon ein Publikumsmagnet; Agatha Christie persönlich ermittelt im Theater, wo während einer Vorstellung ihres neuesten Kriminalstücks ein Mord geschah (5. Mai bis 29. Juni).

Einen Clou der Saison jedoch liefert ein weiterer von Berlepsch: Thimon von Berlepsch, der TV-bekannte Magier und Hypnotiseur, gastiert für drei Shows (2. März, 6. April und 11. Mai) im Neuen Theater: „Es ist ein Cousin um drei Ecken herum“, so Christopher von Berlepsch, „er wollte schon lange kommen - jetzt klappt es endlich.“

Und was hätte, überlegt Christopher von Berlepsch, wohl sein Vater, der vor fünf Jahren verstorbene Theaterpatron James von Berlepsch, zum Neuaufschwung gesagt? „Vielleicht hätte er wegen der neuen Stücke gegrummelt - er liebte das klassische Boulevard à la Curt Goetz und Curth Flatow“, meint sein Sohn, doch Regisseur Bodinus sieht das anders: „Sein leiblicher und sein künstlerischer Sohn führen sein Haus erfolgreich weiter: Ich bin sicher, James schaut stolz von seiner Wolke herab.“

Florian Battermann verhandelt über Komödien im Theater am Aegi

Das Neue Theater hat er zu neuen Erfolgen geführt, seine Komödie am Altstadtmarkt in Braunschweig läuft gut. Nun will Florian Battermann auch das Theaterprogramm im Aegi übernehmen: Er sei in „aussichtsreichen Verhandlungen“ mit dem Euro-Studio Landgraf, bestätigte der gebürtige Hannoveraner der NP: „Noch ist nichts unterschrieben.“ Im Aegi habe seine Bühnenliebe begonnen: „Ich hatte als Schüler zehn Jahre lang ein Abonnement.“ Konkurrenz zum Neuen Theater sieht er nicht: „Im Gegenteil – so können wir die Produktionen genau aufeinander abstimmen.“ Etliche Stücke hat er selbst geschrieben. Ist er Impulsgeber für die neue deutsche Bühnenkomödie? „Das wäre übertrieben“, sagt er, verrät aber auch: „Ich habe noch viel mehr Stücke verfasst als bekannt – unter Pseudonym.“ Ausländische Namen brächten Vorteile: „Manches erfolgreiche Stück wäre nie gespielt worden, wenn man gewusst hätte, dass es von mir stammt.“


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