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Stufen zur Kunst

Neuer Präsentationsraum für den Kunstverein Hannover

Der Kunstverein Hannover wächst. Zu seiner Ausstellungsfläche in der Sophienstraße ist ein neuer Präsentationsraum hinzugekommen.
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Treppenhausinstallation von Christian Helwig

Treppenhausinstallation von Christian Helwig

© Martin Steiner

Beim neuen Präsentationsraum des Kunstvereins Hannover handelt sich dabei um das Treppenhaus im Ostflügel des Künstlerhauses, das 1999 im Zuge des großen Umbaus des 1856 von Conrad Wilhelm Hase errichteten Gebäudes durch die hannoverschen Architekten Pax, Hadamczik, Arndt und Brüning neu installiert wurde.

Schon damals gab es die Idee, das puristische Treppenhaus als Bühne für temporäre Kunstauftritte zu nutzen. Nun ist daraus Wirklichkeit geworden – mit der wirtschaftlichen Hilfe der Stiftung Niedersachsen, die ebenfalls im Künstlerhaus ansässig ist.

Nun werden in dem Treppenhaus unter dem Titel „Stufen zur Kunst“ jährlich wechselnde Installationen gezeigt. Eingeladene Künstler liefern Vorschläge ab. Eine Jury wählt dann einen von ihnen zur Realisierung aus. Den Auftakt macht jetzt das Projekt von Christian Helwing, der von 1998 bis 2000 an der Fachhochschule in Hannover studierte, bevor er an die Hochschule für Künste in Bremen wechselte. Der 1969 geborene Künstler ist durch ortspezifische Installationen bekannt geworden, die sich stets in Auseinandersetzung mit einem vorhandenen Raum entwickeln.

Damit ist Helwing angesichts des Selbstverständnisses dieses Projektes eine hervorragende Wahl, denn sein Werk reagiert äußerst präzise und stringent auf die Architektur des Treppenhauses. Mit seinem Vokabular aus konstruktiven Elementen und farbigen Anstrichen knüpft es nicht nur an den Bauhausstil des vergangenen Jahrhunderts an, sondern nimmt auch den Gestaltungskanon in den Blick, dem die hannoverschen Architekten bei ihrem Einbau gefolgt sind.

Helwing hat den weit aufgerissenen Treppenhausschacht durch farbige Holzplatten bewehrt. Ihre konstruktiven Formen spiegeln mit spitzen Winkeln und geraden Ecken den Verlauf der Treppe wider. Zum Schacht hin sind sie dunkelblau, zur Treppe hin hellblau bemalt. Bei der Wandbemalung des Künstlers kommen zum Hellblau noch Schwarz und Weiß hinzu. Eine Trias, die sich auch symbolisch lesen lässt. Die Wiederholungen, Variationen und Verkehrungen der farbigen und plastischen Eingriffe Helwings unterstreichen Bauideal und Bautradition der Treppenhausarchitektur.

Aber sie verwirren sie auch. Dem klaren Element seiner Interventionen eignet zugleich etwas Halluzinatorisches an. Ordnung und Verwirrung gehen Hand in Hand. Treppauf und treppab.

Die Ausstellung ist bis zum 30. März 2011 im Künstlerhaus an der Sophienstraße 2 / Seiteneingang zu sehen.

[Regine Schulz]

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