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BEEINDRUCKENDE NACHWUCHSKÜNSTLERIN: Namika zeigt im Capitol, dass sie mehr zu bieten hat als ihren Hit „Lieblingsmensch“.Foto: Eberstein

BEEINDRUCKENDE NACHWUCHSKÜNSTLERIN: Namika zeigt im Capitol, dass sie mehr zu bieten hat als ihren Hit „Lieblingsmensch“.
Foto: Eberstein© Jan Philipp Eberstein

Konzert

Namika, Liebling des Abends

„Na-mi-ka, Na-mi-ka!“, erwartungsfrohe Unruhe macht sich im Capitol breit, doch Namika kommt einfach nicht. Dabei ist es schon 21.15 Uhr. Die vielen jungen Fans und die älteren Besucher (das sind meistens die Erziehungsberechtigten) warten ungeduldig. Dafür muss man Verständnis haben, denn sie sind auch nicht das typische Konzert-Publikum. Namika, ihre Diva, kommt aus dem TV und dem Radio und ist mit ihrem Hit „Lieblingsmensch“ die Senkrechtstarterin des vergangenen Jahres.

Hannover. Eine beeindruckende Person, mit viel Zug nach vorne. Mit der 24-Jährigen muss man weiterhin rechnen. Mit ihrem Song „Immer noch“ brät die Kapelle los, das Gastspiel in Hannover gerät zu einer kräftigen Schau. Das Capitol ist gut besucht, die 1300 Zuschauer gehen sofort mit. Namika kann prima rappen und singen, sie ist kein gehyptes süßes Mädchen, das sich eine Plattenfirma ausgedacht hat.

Sportliche Figur und eine lange Mähne, dazu die starken Drums und Gitarre, da ist ordentlich was los auf der Bühne. Der Bass ist bis zum Anschlag aufgedreht, die Grooves zittern sich bis in den letzten Winkel des Saales. Denise singt die Backings, sie ist mindestens genauso bezaubernd; vier Musiker vervollständigen den Klang.

„Wo sind meine Yo-Girls?“, ruft Namika von der Bühne. Sie beginnt das unvermeidliche Hey-Ho-Spiel, also die Arme zackig zu dem Beat von links nach rechts werfen. Zum Akustik-Set mit vier Songs kommt die Band nach vorne, in weißen Hemden und schwarzen Baseball-Caps.

Namika ist in Frankfurt geboren, die Großeltern kamen aus Marokko. In Deutschland nennt man sie Marokkanerin, erzählt sie, und in Marokko „die Deutsche“. Doch sie nutzt das, als Wanderin zwischen den Kulturen besucht sie oft die Heimat, hat dort Videos gedreht und Inspirationen nachgespürt. „Auf der Suche nach mir selbst“, so beschreibt sie den Gang, ihr orientalischer Name bedeutet ,die Schreiberin‘.

Nach gut 60 Minuten ist Schluss. Nicht allerdings, bevor sie ihren „Lieblingsmensch“ gespielt hat. Und dann entstehen die Momente, in denen man begreift, wie wichtig Künstler, Musik und Texte sind: „Habt ihr denn alle euren Lieblingsmenschen dabei?“, fragt Namika. Und das kleine Mädchen, das schon die ganze Zeit mit seinem Smartphone seine Lieblingsshow und seinen Lieblingsstar gefilmt hat, greift zur Hand seiner Mutter, die im Rollstuhl sitzt, und lächelt sie voller Liebe und Gewissheit an. So einfach ist das. Und so schön.

Bewertung: 4/5

VON KAI SCHIERING


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