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NP Interview

Mighty Oaks: "Wir sind gut dabei. Läuft"

Treffen sich ein Amerikaner, ein Brite und ein Italiener und gründen eine Band, in Berlin, die Mighty Oaks. Gerade waren die Folkpopper auf einer US-Tour, in der Heimat von Sänger und Songwriter Ian Hooper. Die NP sprach mit ihm auch über den Auftritt beim Plaza-Festival am kommenden Freitag.

Hannover. Wie war es in den USA?

Es war ja unsere erste richtig lange Tour dort. Vorher gab es immer nur einzelne Auftritte. Aber so richtig durch die Staaten fahren: Das hatten wir so noch nicht. Wir sind ja mit einem Sprinter unterwegs gewesen.

Wie unterscheidet sich das Publikum?

Wir haben in den USA noch eine Menge zu tun. Ich meine, wir leben in Berlin. Unser Album „Howl“ von 2014 kam in den USA erst vor ein paar Wochen raus. Aber es kommt gut an. Erstaunlicherweise kennen uns schon ein paar Leute. Wir waren mit Milky Chance unterwegs, die dort bekannter sind. Aber ein paar Leute kamen tatsächlich unseretwegen. Ich bin gespannt, wie es nächstes Mal wird.

Sie haben auch in Seattle in Washington gespielt, wo Sie aufgewachsen sind. Wie war es dort?

500 Leute aus meiner Vergangenheit waren da: Freunde, Familie ... Das war super. Es war zwar unser erstes Konzert, und wir hatten heftigen Jetlag, aber trotzdem.

Hatten Sie Heimweh nach Deutschland?

Ich bin Amerikaner und vermis-se in Deutschland manchmal die Staaten. Aber nach einem Monat im Sprinter habe ich mich schon auf mein Zuhause in Berlin gefreut. Heimat ist für jeden von uns etwas anderes. Aber wir fühlen uns dort wohl, wo wir unseren Kopf aufs Kissen legen können.

Warum fiel die Wahl auf Berlin?

Es ging anfangs gar nicht um Musik. Ich bin wegen der Arbeit nach Berlin gezogen, Claudio (Gitarrist Claudio Donzelli) wegen seiner Doktorarbeit. Aber wir hatten uns vorher schon in Hamburg kennengelernt und angefangen, Musik zu machen, als wir uns wiedergefunden hatten. Ich hatte mich jedenfalls sofort in Berlin verliebt.

Was haben Sie in Berlin gearbeitet?

Ich war im Bundestag.

Ach?

Ja, beim stellvertretenden SPD-Sprecher für erneuerbare Energien. Das war ein zweieinhalbmonatiges Praktikum. Er hat Leute aus dem Ausland genommen, um ihnen einen Blick in die deutsche Politik zu erlauben - cool.

Wie ist Berlin als Stadt für Kreative?

Gut. Im Vergleich zu anderen Weltstädten wie New York ist es extrem günstig. Man kann kreativ sein, ohne den Druck zu haben, dass man 3000 Euro Miete zahlen muss. Darum sind Kreative aus aller Welt da. Aber man muss die Chancen, die Berlin bietet, eben auch nutzen.

Jetzt waren Sie viel unterwegs. Kommt man da überhaupt dazu, an einem Album zu arbeiten?

Ja, das nächste Album kommt bestimmt, wenn alles glatt läuft, im Februar oder März 2016. Wir sind gut dabei. Läuft.

Wohin geht es musikalisch?

Vieles ist von unseren Auftritten geprägt. Denn wir haben vieles auf Konzerten gelernt, unter an-derem, was uns Spaß macht und was den Leuten Spaß macht. Es wird ein bisschen rockmäßiger. Aber die folkigen Elemente bleiben natürlich auch. Ein bisschen mehr Schwung.

Als Sie vergangenes Jahr auf der Expo-Plaza spielten, war es schon ein sehr entspannter Auftritt. Es geht also mehr zur Sache?

Yeah. Das Konzert war ein bisschen anstrengend. Wir hatten einen sehr kurzen Soundcheck, wenig Platz auf der Bühne zwischen all den Sachen von Kings of Leon und Biffy Clyro. Aber es war gut, wirklich schön. Und: Bei uns schien noch die Sonne. Geschifft hat es später. Wir freuen uns jedenfalls zurückzukommen.

Wie wohl fühlen Sie sich zwischen den anderen Künstlern des Line-ups?

Die Jungs von Fanta Vier sind gut. Ich habe nie groß was von Revolverheld, Jan Delay oder Olly Murs gehört. Aber Fanta Vier mag ich. Das ist deutsche Musikgeschichte. Die gibt es lange. 20 Jahre vielleicht.

Vergangenes Jahr wurde das 25. Jubiläum gefeiert. Wo sind die Mighty Oaks in 25 Jahren?

Wenn wir das Glück haben sollten, dann noch Musik zu machen, bin ich happy. Das ist schwierig heutzutage. Es ist vieles so flüchtig. Aber wir sind eine Album-Band; wir wollen nicht nur einfach einen Hit haben. Wir sind nicht krass durch die Decke geschossen. Das ist gesünder so. Man muss so viel lernen im ersten Jahr. Es war nicht so wie bei Leuten, die auf Anhieb durch die Decke gehen. Für die muss das extrem schwierig sein.

Aber Sie würden sich nicht gegen einen Welthit wehren, oder?

Nein. Das ist natürlich der Traum von vielen. Aber wir wollen keine Popscheiße machen. Wenn man Welthits hört, enthalten die doch immer dieselben Elemente, und die sind nichts für uns.


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