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ROCK RULES: 5000 Fans feiernihre Helden - mit Luftgitarre, der Metal-Pommesgabel und viel Leidenschaft.

ROCK RULES: 5000 Fans feiern
ihre Helden - mit Luftgitarre, der
Metal-Pommesgabel und viel
Leidenschaft.© Christian Behrens

Konzert

Metal-Beben in der Swiss Life Hall

Was für ein Abend: Nach dem Auftritt der Metalbands Five Finger Death Punch und Papa Roach durfte man froh sein, dass die Swiss Life Hall noch steht - selbst dem Roach-Sänger wurde es zeitweise ein wenig unheimlich.

Hannover. „Ihr da vorne, vielleicht lasst ihr das mit dem Springen erstmal sein! Passt auf euch und eure Freunde auf!“ So lautet der besorgte Rat von Jacoby Shaddix, dem Frontmann der Nu-Metal-Band Papa Roach, und es sieht so aus, als würde ihm die Bambule in den vorderen Reihen der Swiss Life Hall so langsam unheimlich werden.

Die Metal-Fans purzeln über die Köpfe ihrer Vorderleute und lassen sich dann voller Freude von der Security über die Absperrung heben. Dabei werden einige schnell an die Sanitäter weitergereicht: Einer zeigt auf sein Auge, das einen Ellenbogencheck abbekommen hat und anschwillt, der nächste kann schon nicht mehr viel erzählen und wird vorsorglich auf die Trage gelegt und aus der Halle geschoben. Wie würde man im Fußball sagen? Es ist ein hartes, aber gerechtes Spiel und bislang ohne gelbe und rote Karten.

Wir sind beim Doppelkonzert der US-Metaller Five Finger Death Punch und Papa Roach in der Sporthalle am Stadion. Gerade haben die Special Guests Eskimo Callboy aus dem anscheinend zu Unrecht unterschätzten Castrop-Rauxel und die US-Amerikaner von Devil You Know (als „Best New Band” laut dem britischen „Metal Hammer“) die Lunte am Metal-Pulverfass in Brand gesteckt. Oder, um beim Fußball zu bleiben: „Kick and Rush“ - raus mit den Metal-Akkorden und feste druff. Die Riffs sind selbstverständlich brettlaut, das Schlagzeug rummst und knallt unbarmherzig, und alles kommt mit einer unbändigen Lust am Headbangen, mit martialischen Gesten und viel Gebrüll von der riesigen Bühne.

Erstaunlich, wie professionell gerade Eskimo Callboy mit der Menge umgehen. Die jungen Kerle gelten als der nächste große Hype im Schwermetall-Bereich, und so gelingt es ihnen ohne große Probleme oder viel Blabla die berüchtigte „Wall of Death“ einzufordern. Die Menge gehorcht. Schon dreht sich der Strudel aus wilden Typen und tätowierten Frauen.

Heavy Metal hat wieder viele Fürsprecher gefunden. Das liegt nicht nur an erfolgreichen Rockfestivals wie Wacken oder dem wiedererstarkten Rock am Ring, auch die 5000 Fans in der Swiss-Life-Hall sind gekommen, um hart zu feiern. Und das an einem Sonntagabend. Das wird ein Wochenstart mit Brummschädel. Auch Jacoby Shaddix hat seine mahnenden Worte schon längst wieder vergessen und lädt nun zum gemeinsamen Pogo-Tanz zu „Last Resort“. Die vier Kalifornier haben merklich Spaß an dem selbst verursachten Trubel, Shaddix klettert in die Menge hinein und singt auf den Schultern seiner Fans weiter. Da gehen auch die Arme beim Sitzpublikum nach oben, die Menge ist geschüttelt und gerührt.

Five Finger Death Punch setzten danach den kräftigen Schlussakkord. Sänger Ivan L. Moody pendelt zwischen klassischem Hardrock (wie bei der überraschenden Coverversion von „Bad Company“) und brachialem Metal-Funk wie bei „Burn MF“. 5FDP sind glaubwürdig und überzeugend, enorm populär dazu. Ihr Album „Got Your Six“ ging weltweit in die Charts. Und wenn man ihren Einsatz betrachtet, die vielen Plektren, die sie in die Menge werfen, die lobenden Worte an ihre dampfenden Fans, ist das kein Wunder. Rock rules! schie


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