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LUSTIGE TRUPPE: Maybebop (von links: Sebastian Schröder, Jan Bürger, Lukas Teske und Oliver Gies) im Theater am Aegi.© Insa Cathérine Hagemann

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Konzert

Maybebop begeistert dreimal im ausverkauften Theater am Aegi

Es begab sich aber am Freitagabend im Theater am Aegi, dass das Volk zu murren begann. Die A-cappella-Kombo Maybebop hatte ihre Jüngerinnen und Jünger mit ihrem schon beinahe traditionellen Weihnachtskonzert gut zwei Stunden prachtvoll unterhalten, als Countertenor Jan Bürger sich erdreistete, auf die Endlichkeit auch dieser Vorstellung hinzuweisen. „Ihr Lieben, was soll ich sagen - das wars gewesen“, hob er an, erntete von unten Bekundungen des Unmuts und fuhr ungerührt fort: „Wir wollen das Ganze doch nicht unnötig in die Länge ziehen.“

Hannover. Ooh, da wäre sie fast hin gewesen, die kuschelige Weihnachtsstimmung, die die vier Gesangsfachkräfte mit ihrem vokalem Liedgut zuvor scheinbar so mühelos entfaltet hatten. Glücklicherweise ging es dann anschließend doch noch fast eine Dreiviertelstunde weiter - einschließlich eines Medley-Rundumschlags aller Weihnachtslieder, die sie bis dahin noch nicht zum Besten gegeben hatten - so dass die kurzfristig mäklige Kundschaft sich doch noch dazu durchrang, ihre Lieblinge mit stehenden Ovationen und donnerndem Applaus zu entlassen. Zu Recht, muss man sagen, und überdies schon deshalb ein hochverdienter Feierabend für die Sänger, weil tags darauf zwei weitere ebenfalls komplett ausverkaufte Konzertschichten auf sie warteten.

Den tosenden Applaus nahmen Jan Bürger, Tenor Lukas Teske, Bassist Sebastian Schröder und Songwriter und Bariton Olli Gies sichtlich gerührt hin. „Dreimal volle Hütte in Hannover“, bedankte sich Gies und schob die bittersüße Anmerkung „Das war nicht immer so und wird auch nicht immer so bleiben“ nach. Warum eigentlich nicht? Der Besuch des Maybebop-Weihnachtskonzerts ist augenscheinlich für viele Hannoveraner so etwas wie ein Vorweihnachtsritual, und der Trend könnte sich ohne weiteres noch ein paar Jährchen halten.

Denn schließlich finden die vier Lautmaler von Maybebop für die Weihnachtskonzerte immer wieder eine musikalische Mischung aus adventlicher Ernsthaftigkeit und purer Blödelei, die sagenhaft ankommt - und zwar, und auch das ist eine Seltenheit, generationenübergreifend. Wenn es im abgedunkelten Theatersaal losgeht mit den feierlichen Klängen und der einen brennenden Kerze von „Wir sagen euch an den lieben Advent“, dann lauscht und schaut der Siebenjährige ebenso gebannt wie die Oma. Und wenn Jan Bürger mit einer Art Blinkekranz auf dem Kopf als Stern von Bethlehem über die Bühne schwebt und die anderen als die drei Weisen hinterhertapern und dabei ein sensationell albernes Lied intonieren („Kaspar, erläuter: Rauchtest du die Kräuter?“) - da lachen sich Alt und Jung schief und krumm. Die vier sind nicht nur großartige Sänger, sondern auch hinreißende Entertainer.

Fundamentalkritik zum Fest ist Maybebops Sache nicht. Standardmeckern über das alljährliche Heiligabend-Gemetzel im Fernsehen („Das Programm zu Heiligabend“), über das große Fressen während der Festtage („Happy Meal“) und den Weihnachtskonsumterror („Adventskalender im September“) schon. Danach wird es aber ganz schnell wieder ganz harmonisch - denn eigentlich finden die vier Weihnachten ganz offenkundig ganz toll.

Und das nicht nur, weil das Fest gut für ihr Geschäft ist: Große Teile des Programms sind, klar, ihrem neuen Weihnachtsalbum „Für Euch“ gewidmet - mittlerweile schon das dritte Weihnachtswerk der singenden vier. Geht es nach dem hannoverschen Publikum, könnten gern noch einige weitere folgen.

Bewertung: 4/5

Während der Internationalen A-cappella-Woche singen Maybebop am 5. Mai mit der Gruppe Medlz im Schauspielhaus. Der Vorverkauf für das Doppelkonzert beginnt am 21.12..


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