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Alles mit dem Mund: Maybebop, hier bei einem Konzert im vergangenen Jahr.

Alles mit dem Mund: Maybebop, hier bei einem Konzert im vergangenen Jahr.
© Archiv

A-cappella

Maybebop begeistern am Aegi

Was für ein Heimspiel: Maybebop begeisterten im Theater am Aegi mit großartigem A-cappella-Gesang.

Hannover. Monochrom sind die vier Jungs von Maybebop gekleidet – mit einem kleinen Manko im Outfit: etwas Gelbes – Socken, Einstecktuch, Schuhe – haben Olli, Jan, Lukas und Sebastian an, heute wird schließlich das neue Album „Sistemfeler“ dem heimischen Publikum im Theater am Aegi vorgestellt.

Eigentlich kann da nichts schief gehen: Der Opener, eine Ode an die automatische Wlan-Verbindung von Smartphones, und „Verdammt zu lieben“, in dem Oliver Gies seine nervigen Mitbewohner (=seine Kinder) besingt, setzen hübsche Pointen, gehen ins Ohr und sind einwandfrei gesungen – die 1150 Fans reiben sich die Hände und freuen sich auf den Rest.

Bis auf Stupser aufs Mikrofon und zwei kleine Flötensoli ist das natürlich alles mundgemacht – die Songs stammen zum Großteil aus Gies‘ Feder, bei „Immer wenn ich beatbox“ darf Lukas Teske Mundperkussion machen und wird mit großem Applaus belohnt. Ein bisschen nervös ist das Quartett zwar, fühlt sich in der präzisen Lichtshow aber wohl, besingt die Tagesschau sowie „Chinesische Medizin“ und bringt auch mal einen Klassiker – auf „Ffpaniff“, mit brachialem „Fprachfehler“ von Countertenor Jan Bürger.

Zum 9/8-Rhythmus des Blue Rondo á la Turk vom Dave Brubeck Quartet hat Olli einen Ohrwurm, der nicht aus dem Kopf will – eine raffinierte Interpretation, die wegen fehlender Rechte aber nicht veröffentlicht wird. Anders als die Charaktere im Song über einen Philharmonie-Besuch leisten sich die Fans im Aegi keine Fauxpas, sie singen sogar gerne mit: Laura aus dem Publikum gibt spontan „Ich hätt‘ getanzt heut‘ Nacht“ aus „My Fair Lady“ mit den Maybebop-Jungs und bekommt schon beim ersten Einsatz Bravo-Rufe.

Ein Revoluzzer-Medley voller Coversongs und ein großartiges Impro-Stück später sind wir schon bei den Zugaben – da beglückt Maybebop mit der Neue-Deutsche-Härte-Persiflage „Kaktus“ und verdient sich für die Premiere Riesenapplaus.

Von Lilean Buhl


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