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MIT WITZ UND TEMPERAMENT: Max Moor amüsierte mit seinen Kindheitserinnerungen 250 Zuhörer im Pavillon.Foto: Behrens

MIT WITZ UND TEMPERAMENT: Max Moor amüsierte mit seinen Kindheitserinnerungen 250 Zuhörer im Pavillon.© Behrens

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Literatur

Max Moor liest im Pavillon aus Schweizer Kindheitsbiografie

Dietr war kein einfaches Kind. Wenn er etwa „mit dem Vatti, das Muätti, das Vreni und dem Matti“ durch strömenden Regen auf den Gotthard marschierte und das dortige Ausflugslokal dann randvoll war mit Deutschen, die da mit ihren Bonzenschlitten raufgefahren waren, dann fand der Dietr das „maximal ungerecht“ und verkündete das auch. Was zu panischen Reaktionen bei das Muätti und dem Vatti führte.

Hannover. Einiges gelernt im Pavillon bei der Lesung von Max Moor, dem Fernsehmoderator, dem Biobauern aus dem Brandenburgischen - und dem Exilschweizer. Der präsentierte vor 250 Zuhörern mit seinem vierten Buch „Als Max noch Dietr war“ nunmehr „Geschichten aus der neutralen Zone“, genauer gesagt die wunderbar schräge Wahrnehmung des kleinen Dietrs unter besonderer Berücksichtigung der Schönheiten des Aargaus sowie der riesengroßen Schweiz.

Moor, Jahrgang 1958, hat noch als Dieter zwei Bücher mit „Geschichten aus der arschlochfreien Zone“ verfasst, die vor allem seine Maxwerdung im Brandenburgischen erklären. Die Rückbesinnung auf seine Kindheit in der Schweiz in den 60ern und 70ern sei ihm nicht leicht gefallen, beichtete Moor zunächst, nach sachdienlichen Hinweisen - „,odrr‘ ist auf Schweizerisch keine Frage, sondern ein Verstärkung“, „weibliche Personen werden in der Verniedlichungsform versachlicht, also ,das Muätti“, ,das Vreni’“ - gings los. Auf Schwyzerdütsch.

Klang erst merkwürdig, wurde aber zunehmend großartig. Für den kleinen Dietr ist die Schweiz „schön mal tausend“, sein Plan ist, „die ganze Schönheit der ganzen Schweiz kennenzulernen“. Das geschieht bei Sonntagsausflügen im Fauweh vom Vatti oder eben auf Regenwanderungen - bis dem Dietr eine intensive Suche auf dem Globus von Großvatti lehrt, dass die Schweiz weniger riesengroß ist als vermutet.

Für einen kleinen Schweizer Nationalisten eine tragische Entdeckung, die der große Max Moor mit Witz und Temperament vorträgt. Der hat sich ja schon lange aufgemacht, die Schönheiten auch der Restwelt zu entdecken.

Bewertung: 4/5


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