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WAS FÜR EIN GITARRENSPIELER: Mark Knopfler gestern Abend in der Tui-Arena – im Zentrum stehen die ruhigen Stücke. © NANCY HEUSEL

Knopfler

Mark Knopfler - Der Magier und die einsame rote Gitarre

Mit "Sultans of Swing"-Welttour: Mark Knopfler begeisterte gestern Abend 8500 in der Tui-Arena.

Bis eben stand auf der noch abgedunkelten Bühne in der Tui-Arena eine Gitarre einsam im Scheinwerferlicht. Ah, hier sind wir richtig, staunt der Betrachter und verliert sich im roten Lack der stolzen Fender. Das Ausrufezeichen ist gesetzt, allein, noch fehlt der Hauptdarsteller, der das Holz zum Leben erweckt. Kurz nach acht Uhr, der Moderator in Unionjack-Jackett heißt ihn willkommen, Mark Knopfler schreitet ruhig und schwer wie ein Bär auf die Bühne.

Er genießt die Begrüßung der Fans, greift zur Gitarre, und hinein geht es in knapp zwei Stunden feinste Unterhaltung. „Broken Bones“, der schleppende Groove des Eröffnungssongs baut sich langsam, aber stetig auf, Knopflers „Tracker“-Welttour läuft geschmeidig in Hannover ein. Gut 8500 Fans sind gekommen, die älteren Herrschaften überwiegen, Marks Musik steht jedoch für generationsübergreifende Klänge.

Die Fans wollen einen der besten Gitarristen der Welt live erleben, die Hits des sanften Riesen, seine Performance. „It`s great to be back in Hannover“, lobt er Niedersachsens Hauptstadt und erzählt von seinem letzten Auftritt mit Bob Dylan in der Arena. Beim Spielen schaut er eher selten auf das Griffbrett seiner Stratocaster, er weiß, wo er ist, und macht das auch schon seit Jahrzehnten. Seine Band sorgt für ein solides Rhythmusfundament und begleitet ihn sicher und makellos durch seine Songs. So kann sich Mark in seinen Solos verlieren.

Das Publikum sitzt artig und gut sortiert in den unzähligen Stuhlreihen der Arena, es ist mit der Band auf einer Wellenlänge. Neben seiner rauchigen und ruhigen Stimme ist es sein Gitarrenspiel, das Knopfler herausstechen lässt aus dem großen Pool der Gitarristen: Er zupft die Saiten meist ohne Plektrum, sein Stil hat Wiedererkennungswert, die Töne kratzen und twangen, er kann schnell spielen, atmosphärisch und stets mit ein wenig Melancholie.

Später wird er noch zur Dobro greifen, einer Akustikgitarre mit einem metallischen Resonanzkörper. Wichtig sind ihm seine Musiker, unter anderem Richard Bennett, Gitarre, Glenn Worf, Bass, und Ian Thomas, Schlagzeug. Keyboarder Guy Fletcher ist schon seit den Dire-Straits-Zeiten in den 1980er Jahren dabei. Entsprechend eingespielt präsentiert sich die Band, auch der Sound in der Tui-Arena ist prima, die Feinheiten in den Arrangements sind gut hörbar.

Viele Songs werden von John McCusker und Mike McGoldrick mit Geigen, Flöten und keltischen Blas-instrumenten unterlegt. Seit dem Film-Soundtrack zu „Local Hero“ ist klar, dass die wahre Liebe des 65-jährigen „Glaswegian“ der Folk seiner Heimat ist. Selbstverständlich hat Knopfler auch ein paar Dire-Straits-Stücke im Gitarrenkoffer. Das ruhige „Romeo and Juliet“ gehört dazu, dabei wird das Dach der Halle zum Sternenhimmel, und natürlich der Klassiker „Sultans of Swing“. Bei den ersten Akkorden jubelt das Publikum auf, ein magischer Moment. „Mighty Man“ klingt nicht weniger geheimnisvoll, „Privatheering“ ist ein autobiografisch anmutendes Stück, der Song überzeugt mit einem rustikalen Hillbilly-Flair.

Nächster Höhepunkt des Konzerts ist „Speedway at Nazareth“, eine rockige Komposition. Zu dem starken, etwa 15 Minuten dauernden „Telegraph Road“ springt das Publikum in der bestuhlten Halle auf. Saitentanz ist angesagt. Mit dem tieftraurigen Lied „Brothers in Arms“, endet das schöne Konzert. Viel Beifall.

Bewertung: 5/5


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