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DER LÖSUNG AUF DER SPUR: Julia (Olga Kurylenko) und Jack (Tom Cruise).

DER LÖSUNG AUF DER SPUR: Julia (Olga Kurylenko) und Jack (Tom Cruise).

Filmkritik

Major Toms Mission: "Oblivion"

Science-Fiction mit viel Action und einem routinierten Tom Cruise: „Oblivion“.

Über den Wolken muss die Freiheit wohl ... zu Ende sein. Jedenfalls für die Menschheit im Jahr 2077. Die hat ihren Planeten in Schutt und Modder gelegt und atomar verseucht. Das blaue Ding taugt nur noch zum Absaugen seiner Hydroenergie. Das machen riesige Türme, während irgendwo da draußen in einem gewaltigen Tetraeder die Überlebenden darauf warten, einen Titantrabanten zu besiedeln. Derweil muss die Erde überwacht werden – weil unten in Höhlen Außerirdische umgehen. Sagt Sally (Melissa Leo), die Kommandeurin von Tet, der Zentrale im All.

Der Überwacher in Joseph Kosinskis Film „Oblivion“ ist Jack (Tom Cruise), der mit Freundin Victoria (Andrea Riseborough) in einem Glasbau über den Wolken thront und täglich zu Erkundungsflügen aufbricht, abgesichert von kugelförmigen Drohnen. Wenn es Jack überkommt, zieht er sich auch schon mal heimlich in eine Hütte am See vor dem Panorama majestätischer Berge zurück, liest in geretteten Büchern, hört Schallplatten – und hat immer wieder Erinnerungsblitze an einen Tag in New York vor langer Zeit.

Da sieht er eines Tages den Absturz eines Raumschiffs und findet in den Trümmern sechs Schlafkästen von Astronauten eines über 60 Jahre alten Flugs. Während die Drohnen fünf der Schlafenden töten, rettet Jack eine Frau – Julia (Olga Kurylenko). Sie kommt ihm aus seinen Träumen bekannt vor. Vielleicht gehört sie zu Jacks Vergangenheit, die in ihm gelöscht wurde. Keine Erinnerung, nirgends.

Nur: Als Jack dann in einer Höhle an ein paar Aliens gerät und begreift, wer Julia ist und was dieses Tet da oben im All bedeutet, merkt er, dass er einem Riesenbetrug aufgesessen ist.

Philosophie im Geist von Philip K. Dick weht da durch ein Comic-Buch. Kosinskis eigenes Comic-Buch war die Vorlage des Films. Ein Menetekel, das auf den „Planeten der Affen“, der zum Planeten der getürkten Aliens geworden ist, abhebt. Aber damit das auch wirklich aufgeht, braucht man richtige Texte, richtige Situationen, richtige Schauspieler. Von allem ist etwas da, aber nicht genug.

Die Story von „Oblivion“ bleibt etwas kryptisch, die Dialoge sind von einer hanebüchenen Hohlheit, dafür dröhnt der Soundtrack oft patriotisch bis zum Erbrechen. Die Effekte, die Landschaften von Wüste, Bergen und Zivilisationresten, das kalte, futuristische Heim, die Kämpfe sehen perfekt aus, klar. Aber das Raketenrasen durch enge Schluchten kann wohl nur noch ertragen, wer 20 Jahre nicht im Kino war.

Von einem wirklichen Endzeit-Drama ist „Oblivion“ (,Vergessenheit‘) eher meilenweit entfernt, weil es lieber ein Science-Fiction-Actioner sein will – mit einem reichlich routinierten Tom Cruise. Nichts Neues über und unter den Wolken.

Bewertung: 2/5


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