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NP-Interview

Madsen über die Chancen beim Bundesvision Song Contest

Das Wendländer Quartett Madsen ist Niedersachsens Vertreter beim diesjährigen "Bundesvision Song Contest". Im Interview mit der NP betont Schlagzeuger Sascha Madsen: "Eine andere abendfüllende Musiksendung gibt es einfach nicht mehr."

Hannover. Und? Schon aufgeregt?

Ach, es geht. Wir kennen das ja alles schon ein bisschen.

Sie waren 2008 schon mal dabei. Sind Sie jetzt alte Hasen?

Das hören wir jetzt natürlich oft. Wir sind auch nicht die einzigen. Glasperlenspiel waren auch schon mal dabei, Buddy Buxbaum mit Deichkind und sowas halt. Dass man die Abläufe kennt, hilft. Es nimmt ein wenig die Aufregung. Bis jetzt sind wir total entspannt. Wir haben auch eine dankbare Rolle: Wir sind keine der Top-Favoriten. Wir sind für eine Überraschung gut, ob für eine positive oder negative. Wir verlieren nicht den Kopf, wenn wir nicht unter den ersten zehn landen.

Was ist das Ziel?

Schwierig. 2008, in Hannover, haben wir überraschend den vierten Platz gemacht. Damit hat niemand gerechnet. Umso schöner war das dann. Es wäre toll, wenn wir wieder eine so gute Platzierung schaffen. Ansonsten gilt: Letzter Platz ist scheiße; über alles unter den Top Ten freuen wir uns total.

Wer ist der Favorit?

Naja, wenn ein Mark Forster nicht unter die Top Fünf kommt, ist das schon bitter. Wenn er das nicht sogar macht. Namaka hätte gute Chancen, wenn sie mit ihrem Hit „Lieblingsmensch“ antreten würde, tut sie aber nicht ...

Wobei in den vergangenen Jahren oftmals interessanter war, wer auf den Plätzen nach dem klaren Favoriten kam ...

Absolut, weil es da die Überraschungen gibt. Wobei ich in diesem Jahr keinen ganz klaren Favoriten sehe.

Wie haben Sie ihr Lied, „Küss mich“, ausgewählt? Es ist einer der poppigeren Songs von „Kompass“, dem neuen Album.

Wir hatten schon überlegt, mit „Sirenen“ zu starten, dem ersten Lied, weil das so gut loslegt. Aber so etwas hatten wir schon 2008 gemacht. Außerdem darf ein Song nur drei Minuten lang sein; wir hätten „Sirenen“ also massiv kürzen müssen. Das wollten wir dem Lied nicht antun. „Küss mich“ passte besser. Es ist auch die erste richtige Single.

„Kompass“ ist, von „Sirenen“, wo es um die Egalhaltung der Menschen geht, abgesehen, ein sehr unpolitisches Album geworden. Bewusst?

Wir waren in unseren Texten nie sonderlich politisch. Da ragt „Sirenen“ schon heraus. Das musste einfach raus. Die Inhalte waren nie eine bewusste Entscheidung. Es gibt auch nicht den roten Faden.

Nur dass Madsen wieder mehr rockt. Und man muss eben nicht, wie so oft bei sechsten Alben einer Band, von einem „reifen“ Werk sprechen. „Kompass“ klingt im besten Sinne unreif, frisch.

In unseren Augen ist es mal wieder eine kleine Weiterentwicklung. Beim fünften Album ging es zurück zu unseren musikalischen Wurzeln. Und hier erinnern wir uns an unsere persönlichen Wurzeln.

Madsen ist nicht die einzige Band, die mit neuem Album startet. Wie wichtig ist der Contest als Promo-Werkzeug?

Nennen Sie mir eine andere Plattform. Es gibt noch die anderen Sachen, die Stefan Raab macht, dann noch „Circus HalliGalli“, und dort treten vorwiegend internationale Künstler auf und keine nationale Kaspertruppe (lacht). Eine andere abendfüllende Musiksendung gibt es einfach nicht mehr.

Raab hört auf. Wird er fehlen?

Auf jeden Fall. Weil er eben auch mit seinen Formaten eine wichtige Plattform bot.

Welche Alternativen bleiben einer Band dann heute noch?

Was ich gerade gelesen habe, ist, dass das Musikvideo wiederkommt - gezielt für das Internet.

Muss man jetzt zu jedem Song ein Video drehen?

Da gibt es auch Leute, die das denken. Aber ich denke, das macht keinen Sinn. Noch funktioniert das Medium Album.

Madsen: „Kompass“ (Four Music/Sony). Madsen live: am 27. Oktober im Capitol. Karten kosten 28,20 Euro.


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