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Auch mal offline abhängen: Die Band Madsen.

Auch mal offline abhängen: Die Band Madsen. © Axel Heimken

Musik

Madsen gehen mit "Kompass" auf Zeitreise

Mit einem "Kompass" zurück in die Jugendzeit der heutigen Mittdreißiger: Zehn Jahre nach ihrem Debüt mit "Madsen" veröffentlichen die gleichnamigen Indie-Rocker aus Niedersachsen am Freitag (14.8.) ihr neues Album.

Clenze. "Für unsere Verhältnisse ist es sehr oldschoolig", sagt Frontmann Sebastian Madsen (34). Musikalisch habe sich die Gruppe an Rockbands wie Weezer, Led Zeppelin und Black Sabbath orientiert und lasse den Sound der 90er oder auch 80er wiederaufleben. Textlich ist Madsen jedoch im Hier und Jetzt und verpackt in den zwölf neuen Songs Kritik an sozialen Netzwerken und Aufrufe zu mehr Spontaneität.

Kritik, dass Madsen früher rotziger gewesen sei, kann der Sänger nicht ganz nachvollziehen: "Das habe ich so überhaupt nicht empfunden." Allerdings schreibe man mit 34 Jahren nicht mehr die gleichen Texte wie mit 16. Liebeslieder finden sich auf "Kompass" trotzdem noch, nur erwachsener. "Unerreichbar" erzählt beispielsweise davon, wie schön es ist, einen Tag ohne Telefon oder Internet zu sein, ganz allein mit einer lieben Person. "Ich hoffe, das wird nicht einfach als Liebeslied abgestempelt", sagt Sebastian Madsen, "sondern durchaus auch als Kritik an sozialen Netzwerken erkannt."

Gut vier Jahre haben Sebastian, seine Brüder Johannes (Gitarre und Gesang) und Sascha (Schlagzeug) Madsen sowie Bassist Niko Maurer an dem Album gearbeitet. In der ersten Single-Auskopplung "Küss mich" rufen Madsen dazu auf, ganz kopflos und ohne jeden Grund einfach mal zu knutschen. "Das Lied erinnert vom Sound her an die 80er", erklärt Sebastian. Mit dem Song werden sie Ende August für Niedersachsen bei Stefan Raabs "Bundesvision Song Contest" in Bremen antreten.

Weniger um die Liebe geht es bei härteren Stücken wie "Sirenen", das von lauten Gitarrenriffs bestimmt wird - und dabei nach Rockgrößen wie Led Zeppelin klingt. Dass harter 90er-Rock und deutsche Texte zusammenfinden, sei laut Madsen dringend nötig gewesen. "Es gibt keine Band, die so klingt und auf Deutsch singt", meint der Frontsänger.

Dass das Cover von "Kompass" einen brennenden Anker ziert, sieht Sebastian Madsen als willkommenen Gegensatz: Einerseits geerdet sein wie ein Anker und andererseits neue Orte mit dem Kompass entdecken. "Außerdem war von Anfang an klar, dass auf keinen Fall ein Kompass auf das Cover soll", sagt Sebastian und lacht. Das Album sei reisefreudig und sicher gut für eine Weltreise. Oder für eine Zeitreise zurück in die Jahre des 90er-Rock.

dpa


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