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Kultur Macklemore auf der Plaza
Nachrichten Kultur Macklemore auf der Plaza
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00:23 30.05.2018
Alles im Blick: Wo seid ihr, Party-Volk aus Hannover. US-Rapper Macklemore ist von seinem Plaza-Publikum begeistert. Quelle: Wilde
Hannover

„Das Leben feiern“, darum ginge es in seiner Musik, sagt US-Rapper Macklemore auf der Plaza-Festival-Bühne. Also: Tanzen, gut drauf sein, sich lieb haben bei der N-Joy.Starshow – das kann Hannover am Ende eines heißen Festivaltages, 25 000 Besucher schwenken ihre leuchtenden Handys zu den „Good old Days“.

Mit Hits geizt Macklemore nicht, „Thrift Shop“ und „Same Love“ kommen schon früh, die Bombast-Beats lassen die Plaza beben, der Rapper kommt im Gene Wilder-Outfit zu „Willy Wonka“ und als sein Alter Ego Raven Bowie bei „And we Danced“. Auf der Leinwand im Hintergrund: Michael Jordan, Michael Jackson – der Mann aus dem US-Staat Washington misst sich gerne mit den Größten.

Backup-Stimmen von Atlanta-MC Offset und Kesha kommen leider, wie auch der Soundtrack, nur vom Band – der Plaza ist es egal, der Dancefloor geht ab.

Das Feiern steht im Vordergrund, mit einem „Dance Off“ zwischen zwei Besucherinnen erreicht die Plaza ihren Siedepunkt – bis der Superhit „Can’t hold us“ endlich kommt und das gesamte Festival, angeheizt vom Rapper auf der Absperrung, wie in eins springt.

Schon jetzt wisse er, dass dieses Konzert am Ende des Konzertsommers als bestes dastehen würde, sagt Macklemore – vielleicht ist das Marketing, aber nach dem Ende seines Gigs bleibt er noch minutenlang auf der Bühne und wirft Merchandise in die Menge.

Heiß ist es schon am Anfang um 15 Uhr, weil die Sonne glüht und der Asphalt kocht. DJ Burak Yeter spielt Dance-Hits der letzten Jahre, wirklich viel Energie kann man aber noch nicht verschwenden, viele der Besucher im Abi-Alter suchen Schatten und Wasser, bevor die Live-Acts loslegen.

Alma Miettinen aus Finnland zeigt, dass sie mehr kann als Mitsingparts in Ibiza-Hits (wie z.B. Felix Jaehns „Bonfire“) und gibt mit ein entspannt-futuristisches R’n’B-Set bei dem zu „Dye my Hair“ schon die ersten Fans mitsingen. Nico Santos, auf Mallorca aufgewachsen, sperrt dann den Weltschmerz komplett aus – „Home“ und ein Medley aus SDP, Helene Fischer, und Mark Forster-Songs beweisen, bei wie vielen Hits Santos mitgewirkt hat. „Ihr seid viel zu heiß, Hannover!“, vielleicht ist es auch die Sonne. „Rooftop“ singen vor allem die Frauen mit (heute klar in der Überzahl), seine hannoversche Band überrascht ein wenig mit einem „Purple Rain“-Cover und dem mehrminütigen Gitarrensolo.

Bausa, Rapper aus Bietigheim, bedient mit Streetwear-Outfit und Sub-Bass zwar aktuelle Anforderungen der deutschen Cloud-Rap-Szene, bei seinem lustlosen Set geht die sommerliche Stimmung aber flöten. Zum Reprise vom Hit „Was Du Liebe nennst“ hat Bausa nicht mal sein Mikro dabei – ein guter Moment, um sich etwas zu trinken zu holen.

James Arthur ist als nächstes dran und merkt, dass da etwas nicht stimmt: „Holy Shit! Alle sind eingeschlafen.“ „Impossible“ bringt dringend benötigten Druck, aber auch mit seiner Attitüde kann Arthur die Plaza nicht aufwecken, dabei sind die live gespielten Jungle- und Drum ‘n‘ Bass-Rhythmen in seinen rockigeren Nummern ein erfrischender Sound. Auf „Naked“ und „Say you won’t let go“ beruht ein Großteil des Erfolgs des X-Factor-UK-Gewinners von 2012, das Mitsingen funktioniert auch beim Oasis-Cover „Don’t look back in Anger“, Arthur macht nach einer Stunde Schluss, von seiner Band gibt es Küsschen. Doch dann kommt auch die Energie zurück: Als der heiß erwartete Rapper im Hawaiihemd die Bühne erklimmt und die Sonnenbrille lupft erinnert sich Hannover, wie man Party macht.

Von Lilean Buhl

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