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ER KANN KOMISCH: Luke Mockridge in der ausverkauften Swiss-Life-Hall. Das junge Publikum lacht über Tinder, Snapchat und Hashtag. Und natürlich über klassische Mann-Frau-Sachen. Foto: Wilde

ER KANN KOMISCH: Luke Mockridge in der ausverkauften Swiss-Life-Hall. Das junge Publikum lacht über Tinder, Snapchat und Hashtag. Und natürlich über klassische Mann-Frau-Sachen.© Frank Wilde

Auftritt

Luke Mockridge in Hannover: So lacht Generation #Hashtag

Luke Mockridge ist 26 Jahre jung und mit seinem ersten Solo-Programm „I’m lucky, I’m Luke!“ gleich auf den großen Bühnen in Deutschland unterwegs - auch in Hannover.

Hannover. Seine Show wurde aufgrund der starken Nachfrage vom Theater am Aegi in die Swiss-Life-Hall verlegt, sie ist mit 4100 Fans schnell ausverkauft - was für eine Entwicklung für den Burschen aus Bonn.

Sein großer Erfolg ist beeindruckend. Mockridges Rolle ist der Typ, der nicht erwachsen werden will, und das Publikum folgt ihm gern dabei. Sketche wie die Vorlieben der Fans bei Spielkonsolen: „Was spielt ihr zu Hause?“ Die Antwort gibt er selbst: „Ah, Grand Theft Auto! Autos klauen, mit Drogen dealen und Nutten umbringen. Also wie im Osten, nur mit einer besseren Grafik.“

Mockridge trägt ein eigenes Tour-T-Shirt, keine Ablenkung, das schärft den Blick aufs Wesentliche. Snow Patrols „Chasing Cars“ kopiert er auf seiner Akustik-Gitarre, es heißt nun „Kindergarten ist aus“ und handelt von einem Jungen, der von seiner Mama im Hort vergessen wird. Die Pointe ist keine große Überraschung - der Knabe ist 19 Jahre alt und wollte „doch unbedingt dort sein Praktikum machen!“

Mockridge spielt gut Gitarre, kann singen und auch prima Piano spielen. Dazu präsentiert er eine kongeniale Version des Schlagers „Lemon Tree“ und singt den Song in der Betonung von Lena Meyer-Landrut.

Und er weiß, wie „Mann“ es machen sollte: „Das schönste Make-up ist doch euer Lächeln“, flötet er den Frauen zu. Oder er sagt: „Eine Frau in meinen Boxershorts und meinem ranzigen T-Shirt, das sind die schönsten Wesen, die Gott uns auf die Welt gestellt hat.“ Das lang gezogene „Ah“ der Weibchen in der Halle ist kaum auszuhalten, damit hat er die Messlatte für den Heimweg aller Paare reichlich hoch gelegt, Komplimente-Schauer inklusive.

Mario-Barth-Style für die jüngere Generation, sagen die einen, nicht erwachsen, nicht Kind, die anderen. Unterschätzen sollte man Mockridge dennoch nicht. Er ist jung, talentiert und musikalisch und dabei ziemlich klar im Kopf. Das Herz hat er am rechten Fleck, er kann allerdings auch frech und schmutzig sein.

Doch das gehört dazu, er macht der überalterten deutschen Comedy-Szene Beine. Luke sieht sich als Vertreter der Generation „Hashtag“: Ob Snapchat, Instagram oder Tinder, ein wenig muss man sich schon auf das Eis der Social Networks gewagt haben, um bei seinem schnellen Comedy-Spiel auf der Höhe zu sein. Facebook-Kenntnisse sind da ein alter Hut.

Mockridge ist der Sohn des kanadischen Schauspielers Bill Mockridge (alias Erich Schiller, bis vor kurzem Lindenstraße). Er beobachtet die Kleinigkeiten des Alltags und die Realitäten der Jetzt-Zeit. Er hat für „jede Lösung ein Problem“, ob als Kenner der Pokémon-Fans oder als Moderator des Kultformats „Night Wash“. Er moderiert seine eigene TV-Show, „LUKE! Die Woche und ich“, und ist Gast bei der Quatsch-Comedy-Show. Stefan Raab war stets sein Förderer, von vielen Fans wurde er bereits als dessen Nachfolger für die TV-Total-Show gehandelt. Jetzt heißt es erst mal Lacher sammeln auf großer Deutschland-Tour. Die Fans freuts.

Kai Schiering


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