Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Lovis-Corinth-Gemälde für das Landesmuseum
Nachrichten Kultur Lovis-Corinth-Gemälde für das Landesmuseum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 29.01.2018
nochmal geraderücken: Museumsdirektorin Katja Lembke und die Corinth-Neuerwerbung „Bacchanale“ Quelle: Foto: Schaarschmidt
Anzeige
Hannover

Die pralle Freude, wie man sich auf dem Riesengemälde von Lovis Corinth vergnügt: Sein „Bacchanale“ gehört nun der überragenden Corinth-Sammlung des Landesmuseums – angekauft für 650 000 Euro und damit die größte Erwerbung des Museums der Nachkriegszeit, ermöglicht durch viele Stiftungen.

Das Großformat stammt ursprünglich aus jüdischen Besitz und ist dank umfangreicher Provenienzforschung ins Museum gekommen. Der jüdische Unternehmer Alfred Michaelis Salomon hatte das monumentale Ölbild aus Corinths Münchner Jahren in den 1920ern gekauft. Vor ihrer Emigration 1937 war die Berliner Familie gezwungen, ihren gesamten Besitz zu verkaufen. Alfred Salomon starb im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Seine Frau Martha überlebte im KZ Theresienstadt.

Das Bild war 1957 von der Stadt Gelsenkirchen von einem Galeristen gekauft worden, 2016 dann an die rechtmäßigen Erben zurückgegeben worden. Da es mehrere Erben waren, entschloss man sich zum Verkauf. Über die britische Galerie Dickinson kam das vergleichsweise moderate Angebot an das Landesmuseum.

„Ein überaus wichtiges Bild für unsere Sammlung“, so Museumsdirektorin Katja Lembke, die dann verschiedene Förderer und Stifter ins Boot holte wie die Kulturstiftung der Länder, die Ernst von Siemens Stiftung, den Förderkreis der Landesgalerie, die Kunstfreunde Hannover – und auch das Kulturministerium begeisterte.

„Ich denke, das hier ist ganz im Sinne der Erben“, so Prinz Heinrich zu Hohenlohe, der Repräsentant der Londoner Galerie. Die Erben seien überrascht gewesen, als man von deutscher Seite an sie herangetreten war – nach zwei Jahren intensiver Provenienzforschung. Die öffentliche Präsentation im Museum sei die erste Wahl gewesen: „Er geht hier auch darum, Geschichte erfahrbar zu machen.“ Eben weil das Bild eine „helle und dunkle Seite hat“, so die Museumsdirektorin. Das Bild selbst bezieht sich auf die Bacchanalien, ein im antiken Rom gefeiertes Fest zu Ehren des Gottes Bacchus – und ist Anspielung auf die Münchner Schickeria und Künstlerszene sowie Zeugnis bürgerlicher Dekadenz.

Von Henning Queren

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kultur Filmkonzert im Grossen Sendesaal - „Amadeus“ mit der NDR Radiophilharmonie

Tolles Konzert, dreimal ausverkauft: Im Großen Sendesaal begleitete die Radiophilharmonie den Kinoblockbuster „Amadeus“.

29.01.2018
Kultur Trägerin des Spectrum Fotopreises - Rineke Dijkstra im Sprengel Museum

Ehrung für eine große Porträtistin: 60 Arbeiten präsentiert Rineke Dijkstra im Sprengel Museum.

28.01.2018

Weltstar Elton John kommt im Mai 2019 in die Tui-Arena, die Tickets kosten bis zu 376,75 Euro.

28.01.2018
Anzeige