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BILDSCHÖNE MUSIK: Sängerin Yael Shoshana gastiert mit ihrer Band Lola Marsh im Pavillon.© Alexander Körner

Israelische Band

Lola Marsh liefert im Pavillon ein tolles Konzert

In einem luftigen Sommerkleid und barfuß erscheint Yael Shoshana Cohen auf der Bühne. Gut 200 Zuschauer haben den Weg in den Saal 1 des Pavillons zu ihrer Band Lola Marsh gefunden, und sie werden nicht enttäuscht sein.

Nebulöse Klänge, Dance-Folk und noch ein Geheimtipp - das Quintett Lola Marsh aus Tel Aviv spielt Musik zwischen Stadtstrand und Sonnenuntergang.

Gut zwei Jahre gibt es die Band erst, romantisch und sphärisch ist sie, hingebungsvoll und mystisch. Yael hat eine dunkle Stimme, voller energischer Präsenz. Und obwohl einige akustische Instrumente auf der Bühne zu finden sind, ist das kein Folk, kein Klezmer. Eher Musik für die dunkelblauen Sommer-Träume. Yael lässt ihre Stimme zittern und wanken, doch das stört kaum, heute nicht. Sie nimmt die Höhen wie die Tiefen, und obgleich ihre Verse eher unaufgeregt und mittig am wirkungsvollsten sind, klingt ihr Gesang vielseitig und dabei stilvoll. Und die Band, mit ihr ein Quintett, trägt sie immer wieder nach vorne.

Die Dynamik ist gekonnt, glänzt und ruht in den leisen Passagen und drückt und groovt, wenn es schneller werden soll. Ihr dritter Song, „Stranger“, ist genau richtig für das Autoradio, und wenn es Gefahr läuft, kitschig zu werden, brät die Band los. Das ist guter Disko-Sommer-Pop, auch wenn die Eigenwerbung von Indie-Folk spricht. Tel Aviv und das Mittelmeer lassen grüßen, absolut tanzbar.

In „She’s a Rainbow“ hat Yael ein ganz besonderes Vibrato in ihrer Kehle. Dazu animiert sie das Publikum zum Mitklatschen. Und das klingt nicht nach preußischem Zwei-Vier, sondern nach dem Nahen Osten, wunderbar orientalisch. Die Hände der Zuschauer machen Musik. Dazu pfeift Yael gern zu ihren Liedern. Was ungewöhnlich oder gar albern klingen könnte, passt überraschend gut.

Die Songs wie „Whether I’m“ sind umfangreich und ausgefüllt mit feinsten Melodien, alles bestens arrangierte Lieder. Das Duett mit Gitarrist Rami Osservaser kündigt sie als „Little Song“ an. „Ihr könnt euch drücken oder Kerzen anzünden“ ist ihr gutgemeinter Rat.

Das Publikum ist schnell gefangen von den Klängen der Israelis. Die meisten der Zuhörer sind aufgesprungen, auch vor der Bühne wird es eng. „Even Though you Cannot Speak“ wirkt wie ein Lullaby. Doch nicht einschläfernd, sondern beruhigend und sanft.

Zu zwei Zugaben kommen Lola Marsh zurück auf die Bühne. Und auch wenn Bassmann Mati Gilad aussieht wie Howard Wolowitz aus der „Big Bang Theory“, haben nicht Stereotype das Publikum gut unterhalten und gerockt, sondern Lola Marsh. Und für den Blues zum Schluss gibt es nochmal viel Beifall. Es herrscht eine Riesenstimmung im Pavillon, die Zuhörer sind begeistert; kurz: ein tolles Konzert.

Bewertung: 5/5


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