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Bundespräsident Joachim Gauck (l) bei seinem Besuch auf der Buchmesse  am Stand des Suhrkamp-Verlags neben Autor Stephan Thome und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt.

Bundespräsident Joachim Gauck (l) bei seinem Besuch auf der Buchmesse am Stand des Suhrkamp-Verlags neben Autor Stephan Thome und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt.© Arne Dedert

Literatur

Lesepublikum rettet Buchmesse

Mehr Lesepublikum, weniger Fachbesucher: Die Frankfurter Buchmesse endete am Sonntag mit einem leichten Besucher-Plus, wie die Organisatoren berichteten. Im vergangenen Jahr hatten 280 000 Menschen die weltgrößte Bücherschau besucht.

Frankfurt/Main. Der Fachbesucher-Rückgang von 1,6 Prozent an den ersten drei Tagen der Messe wurde durch den Ansturm des allgemeinen Publikums ausgeglichen. Am Wochenende seien drei Prozent mehr Besucher gezählt worden. Die endgültigen Zahlen sollten erst am Abend genannt werden. Insgesamt waren etwa 7300 Anbieter aus rund 100 Ländern vertreten.

"Trotz der wirtschaftlichen Krise in Südeuropa waren alle wichtigen Vertreter des internationalen und europäischen Publishing hier in Frankfurt", erklärte Juergen Boos, Direktor der Buchmesse. "Je globaler das Geschäft mit Büchern wird, desto größer wird das Bedürfnis, sich mindestens einmal im Jahr auf dieser Welt persönlich zu begegnen", sagte Gottfried Honnefelder, der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die Buchmesse wird von einer Tochtergesellschaft des Börsenvereins organisiert.

Die Schwerpunkte der Messe hätten sich verschoben, sagte Buchmesse-Sprecherin Katja Böhne. Fachveranstaltungen, zum Beispiel über Social-Media-Kampagnen, würden stark nachgefragt. "Dadurch, dass der Handel als Zwischenvermittler immer häufiger außen vor bleibt, müssen sich die Verlage direkt an den Leser wenden." Der Rechtehandel werde immer wichtiger. Das Zentrum für die Literaturagenten ist weiter gewachsen: Rund 100 Agenten mehr als im Vorjahr absolvierten Termine im 30-Minuten-Takt.

Die Verkaufszahlen der Verlage liegen bislang unter dem Vorjahr. "Es ist ein schwierigeres Jahr als 2011", sagte der Sprecher der Verlagsgruppe S. Fischer, Martin Spieles. Trotzdem sind die Verlage für den Jahresendspurt optimistisch - viele haben für das wichtige Weihnachtsgeschäft bestsellerverdächtige Autoren im Programm. "Es ist eine Tragödie, dass es wahnsinnig viele gute Bücher gibt, aber die Leserschaft nicht weiter wächst", stellte Hanser-Verleger Michael Krüger fest.

Es zeichnet sich ein Trend zu hochwertig ausgestatteten Büchern ab, um sich gegen den E-Book-Trend oder den Internetversand zu behaupten. Einige Verlage planen, mit besonderer Typographie und Umschlaggestaltung das "haptische Erlebnis" des gedruckten Buchs spürbar zu machen.

Zu den meistumlagerten Gästen der Messe zählten wie üblich nicht die besten, sondern die prominentesten Autoren: Arnold Schwarzenegger, Erotikbuch-Shootingstar E.L. James, das Ehepaar Kachelmann. Bundespräsident Joachim Gauck bewies Geschmack: Er unterhielt sich bei Suhrkamp mit Shortlist-Kandidat Stephan Thome - unter anderem über China, das in Frankfurt allgegenwärtig war. Die Messe debattierte über Literaturnobelpreisträgers Mo Yan, einer seiner Kritiker, Liao Yiwu, erhielt den Friedenspreis.

Ehrengast Neuseeland war zufrieden. "Not bad", bilanzierte Organisatorin Tanea Heke in landestypischem Understatement. 80 Autoren waren nach Deutschland gekommen, 100 Bücher neu ins Deutsche übersetzt worden. Buchmessen-Direktor Juergen Boos lobte "das bunteste Gastland, das wir jemals hatten - und das nasseste." Die Gestalter des neuseeländischen Pavillons hatten die Messehalle mit Wasser geflutet und es regnen lassen. 2013 ist Brasilien dran.

dpa


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