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ABGEFAHREN: Dr. Frank N. Furter (rechts) und seine Dienerschaft sind recht unkonventionell.     Fotos: Böhme

ABGEFAHREN: Dr. Frank N. Furter (rechts) und seine Dienerschaft sind recht unkonventionell.   © Böhme

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Musical

Legendäre "Rocky Horror Show" feiert heute Premiere im Opernhaus

Darf man es gutheißen, wenn sich Außerirdische ausschweifendem Sex hingeben? Und in ihr sexzessives Treiben auch noch erotisch völlig unbescholtene Innerirdische mit hineinziehen?

Doch, das darf man unbedingt gutheißen, besonders dann, wenn die Extraterristrischen auf Namen wie Dr. Frank N. Furter hören und Teil der „Rocky Horror Show“ sind. Das legendäre Musical feiert heute (19.30 Uhr) - nach 2011 endlich wieder - Premiere im Opernhaus, und man darf ziemlich sicher davon ausgehen, dass etliche Langzeit-Fans mit Klopapierrollen, Wasserpistolen und Konfetti und in Strapsen und sonstiger Verkleidung auftauchen werden.

1973 feierte das Stück von Richard O’Brien in London Uraufführung, ein für damalige (und heutige) Verhältnisse extrem schlüpfriges, schräges, saukomisches und schrillbuntes Werk, mit dem Schöpfer O’Brien den Science-Fiction-, Horror- und generell den B-Movies der 50er und 60er Jahre ein Denkmal setzen wollte, sich zugleich der sexuellen Befreiung verpflichtet fühlte und ganz offenkundig ein großes Herz für den seinerzeit grassierenden Glamrock hatte.

Das Ergebnis war dann dieses: Ein ebenso naives wie spießiges junges Pärchen, Janet Weiss und Brad Majors, verirrt sich in einer Gewitternacht in das Schloss des teuflischen Dr. Frank N. Furter, einem erotisch nach allen Seiten offenen Außerirdischen, der ebenso wie seine reichlich durchgedrehte Dienerschaft vom Planeten Transsexual stammt. Dr. Frank N. Furter lädt die beiden ein, bei der Erschaffung eines Homunkulus, eines künstlichen Menschen, namens „Rocky“ dabei zu sein - schon nimmt der Wahnsinn seinen Lauf.

Viel zum Kultcharakter des Stücks hat die Verfilmung von 1975 beigetragen, mit Tim Curry als Dr. Frank N. Furter und Richard O’Brien persönlich als kauzigem Diener Riff-Raff. Auch die „Rocky Horror Picture Show“ wird in manchen Kinos immer wieder mal gezeigt, in den Museum-Lichtspielen in München ist sie seit 1977 regelmäßig im Programm. Wie im Theater machen die Zuschauer mit, beispielsweise tanzen sie beim legendären Stück „Time Warp“ mit, erzeugen mit Wasserpistolen Regen oder werfen - bei den passenden Stellen - mit Klopapierrollen.

Teil des Kultes ist es auch, dass der Erzähler ausgebuht und mit „Boring!“-Rufen (,Langweilig!‘) bedacht wird. In Hannovers Opernhaus wird Schauspielstar Sky du Mont schlagfertig auf diese Frechheiten reagieren - er gibt den Erzähler. Regisseur Sam Buntrock ist mit seiner Version nahe dran am Original: „Wir haben dem Stück nichts ‚Modernes‘ aufgezwungen. Aber die Technik, mit der wir die Bilder und den Sound präsentieren, ist natürlich modern. High-Tech sozusagen.“

Die „Rocky Horror Show“ läuft von heute bis zum 2. August jeweils um 19.30 Uhr im Opernhaus, lediglich am Montag, 27. Juli, gibt es eine Pause. Am Sonnabend, 25. Juli, Sonntag, 26. Juli, Sonnabend, 1. August, und Sonntag, 2. August, laufen auch Vorstellungen um 15.30 Uhr. Alle Termine und Tickets:

www.rocky-horror-show.de


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