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Kultur Landerer & Company in der Eisfabrik
Nachrichten Kultur Landerer & Company in der Eisfabrik
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00:24 28.05.2018
Im Clinch: Bei Landerer & Company tanzen vier Frauen rund um weibliche und männliche Identität. Quelle: Seestaedt
Hannover

Sie oszillieren zwischen Weiblichkeit und Männlichkeit. Mal sind es fließende Übergänge, mal abrupt-plötzliche Sprünge. Die vier Tänzerinnen, die diesen Spagat bravourös meistern, gehören zur Tanzcompagnie Landerer & Company von Choreograph Felix Landerer. „Pink or Blue (Part 1)“ heißt das aktuelle Tanztheater-Werk, das die pro visio-Preisträger von 2017 bei ihrer restlos ausverkauften Premiere in der Zentralhalle der Commedia Futura in der Eisfabrik präsentieren.

Darin untersucht das Ensemble mittels der Sprache des Tanzes das Weiblich- und Männlich-Sein. Das Besondere an „Pink or Blue“: Es ist die erste Doppel-Tanzproduktion von Landerer. Mit „Part 1“ hat den Untertitel „Ein Stück mit und für vier Frauen“. Der zweite Teil von „Pink or Blue“ wird im Herbst aufgeführt, dann sind die Männer dran.

Landerers einstündige Choreographie ist vielschichtig, stimmungsvoll und packend. Sara Enrich Bertram, Yi-Chun Liu, Anila Mazhari und Jessica van Rüschen setzen sie beeindruckend um, zur oft pulsierenden Musik und den Geräusche-Collagen von Christof Littmann.

Spannend, wie sich die Tänzerinnen auf die Suche nach ihrer eigenen Definition des Weiblichen, nach ihrer Geschlechtsidentität begeben: Es gibt Einklang, Zustimmung, Konflikte, Ambivalenzen und Widersprüche. Da prallen Aggression und Härte auf Zärtlichkeit, Verletzbarkeit und Demut.

Hervorragend, wie die vier ihr immenses Bewegungsrepertoire ausschöpfen, Körperhaltungen ausloten, sie variieren. Exzellent ihre Beweglichkeit und Körperbeherrschung (von den Fingern bis zu den Zehen): fließende Bewegungen, leicht wirkende Figuren, schnelle und (kraftzehrende) stark verlangsamte Bewegungswechsel.

Humorvoll die männlichen Macho-Posen, die aus tänzerischen Bewegungen erwachsen. Immer wieder Überraschungen: Plötzlich werden die vier Frauen zu Gorilla-Männchen. werden auch mal Beine zu Maschinengewehren umfunktioniert, mit entsprechenden Sounds der Tänzerinnen. Sehr schön, wie mit den Geschlechter-Stereotypen gespielt wird – und wie sie auch wieder ausgehebelt werden.

Von Christian Seibt

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