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Schwitters als Comic-Held

Schwitters als Comic-Held© Madsack Supplement GmbH

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Kunst

Kurt Schwitters als Comic-Held

Gezeichnete Biografie von Hannovers Dada-Künstler. Irgendwie hat er ja auch Comics gemocht, zumindest hat er sie in seine späteren Arbeiten mit eingebaut: Kurt Schwitters ist nun selbst zum Comic-Helden geworden.

Hannover. Der norwegische Zeichner Lars Fiske hat den hannoverschen Dada-Künstler, der mittlerweile als einer der wichtigsten des 20. Jahrhunderts geschätzt wird, mit Witz, Verständnis und viel Liebe porträtiert und gleichzeitig eine Einführung in seine Kunst mit dem Titel geschaffen „Herr Merz. Kurt Schwitters - jetzt nenne ich mich selbst Merz“ (Avant-Verlag, 112 Seiten, 29,95 Euro).

Warum gerade ein norwegischer Zeichner? Das passt, denn Kurt Schwitters war diesem Land tief verbunden, es war gewissermaßen seine Rettung, hier verbrachte er nach seiner Flucht vor den Nazis die ersten Jahres seines Exils.

Rahmen der Story ist die ganz heutige Reise des Zeichners nach Hannover (mit ICE). Aber nach zwei Seiten gehts sofort los damit, wie aus einem ersten aufgeklebten Bierfilz große Kunst wurde, wie das Leben in der Waldhausenstraße 5 mit dem kleinen „Merzsohn“ Ernst, der hier ein wenig nach Simpsons aussieht, so vor sich ging - und wie dabei der Merzbau, den die Bomben vernichtet haben, entstand.

Dieses erstaunliche Gesamtkunstwerk namens Merzbau steht im Mittelpunkt der Graphic Novel, einer überwältigenden, begehbaren Collage, die Schwitters, und auch das wird hier erklärt, die „Kathedrale des erotischen Elends“ nannte.

Emigration, Flucht aus Norwegen und Exil in England, alles ist da: wunderbar dabei die grafische Umsetzung von Lars Fiske, der die schwittersche Formensprache comicgerecht adaptiert - und mit jeder Seite wieder überrascht.

Das Buch macht insofern dem versierten Schwitters-Kenner Spaß, eignet sich aber genauso gut für den Kunstunterricht - wenn man Schülern die Genialität von Dada, Anna Blume, Ur-Sonate und Merzbau nahebringen möchte. Und auch das, was die Nazis der Kunstwelt angetan haben, indem sie nicht nur Kurt Schwitters als „entartet“ verdammten.

Bewertung: 4/5

SPÄTWERK BEI SPRENGEL

Bis 25. August zeigt das Sprengel?Museum das eindrucksvolle Spätwerk von Kurt Schwitters (1887–1948).

Die international beachtete Schau „Schwitters in England“ umfasst 150 Werke, von denen viele überhaupt zum ersten Mal öffentlich gezeigt werden.

Faszinierendes Spätwerk: Schwitters bleibt sich in seiner Machart treu, nur tauchen jetzt auf den Collagen andere Materialien wie Schafsknochen, Federn und Kinderspielzeug auf.


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