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HIER WIRD GEFEIERT: Das Spiegelzelt steht bei den Kunstfestspielen.

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Festspiele

Kunstfestspiele im Spiegelzelt

Zweifach auftischen - von DJs und Köchen: Damit wollen die Kunstfestspiele Herrenhausen mehr und jüngere Besucher ziehen. Intendant Ingo Metzmacher präsentierte gestern sein Programm für das prächtige Spiegelzelt, das markantes Wahrzeichen des Festivals werden soll: „Das ist ganz zentral für mich, wir wollen damit auch ein anderes Publikum ansprechen.“

Hannover. Das müsste gelingen bei dem Programm: Das Zelt soll auch der kleine Club für das große Festival sein. Um dafür die richtige Musik zu finden, haben sich Metzmacher und sein Dramaturg Stephan Buchberger die Kompetenz von Feinkost-Lampe (dem „Laden für Raumklangpflege“) gesichert, der in Hannover für erlesene Club-Konzerte bekannt ist. Und dessen Macher holen einige der großen Namen der „New Classic“-Szene nach Herrenhausen.

Eröffnet wird das Zelt mit der „Urban String Night“ mit dem Ensemble Resonanz und DJ Elephant Power (12. Mai). Zu den Größen der Szene gehören KUF (17. Mai, Akustik-Techno und manuelle Beatsphären) sowie Hauschka (24. Mai, prepared Piano, machte die Filmmusik zum Doris-Dörrie-Film „Glück“). Noch dabei: Carlos Cipa (18. Mai, Piano solo) und Unland (23. Mai, cineastische Soundsphären). Das komplette Programm gibt es auf der Homepage des Festivals. Der Eintritt ist an jedem Abend frei, die Bar ist immer geöffnet.

Feinkost im eigentlichen Sinne bietet dann die „Freitagsküche“ im Spiegelzelt, ein Frankfurter Kunstprojekt, das durch das gemeinsame Essen das Gefälle zwischen Bühne, Podium und Saal aufheben will. Diese besondere Küche öffnet jeweils nach den Konzerten in Orangerie und Galerie und bindet die aufführenden Künstler und Musiker, aber auch die Produzenten und Regisseure auf besondere Weise ein.

Die müssen ihre Lieblingsgerichte verraten, die Rezepte werden dann auf den konkreten Anlass bezogen, modifiziert, nachgekocht. Jedes Essen soll so einen biografischen Beigeschmack bekommen.

Kulinarik soll sich umstandlos in Ästhetik verwandeln: Die Künstler, darunter auch Klassikstars wie Pianist David Fray (25. Mai) und die Geigerin Isabelle Faust (27. Mai) oder auch das komplette Opernensemble von „La Double Coquette“ (20. Mai), werden mit den Küchengästen am Tisch sitzen - und über die gehörte Musik, das Essen und das Leben an sich sprechen.

„Wir wollen dadurch das herkömmliche und meist etwas steife Künstlergespräch vermeiden“, so Dramaturg Buchberger, „hier kocht der Pianist.“ Bei bisherigen „Freitagsküchen“, die auch schon bei den Ruhrfestspielen geöffnet hatten, habe sich immer eine besondere, persönliche Atmosphäre mit den Künstlern hergestellt.

Der Preis ist mit zwölf Euro (für Teilnahme und ein Essen; Getränke gehen extra) bewusst niedrig kalkuliert. In diese Küche kann man auch kommen, wenn man das jeweilige Konzert nicht besucht hat. Hier empfehlen die Kunstfestspiele frühzeitiges Buchen, denn bei anderen Festivals waren das die ersten Tickets, die ausverkauft waren. Das Zelt bleibt auch während der „Freitagsküchen“ für alle geöffnet.

Ein traditionelles Künstlergespräch wird es im Zelt aber auch geben. Das ist dann Steve Reich, dem Großmeister der Minimal Music, gewidmet (14. Mai), der in Hannover seine Video-Oper „Three Tales & WTC 9/11“ aufführen wird.

Das Spiegelzelt wird am 12. Mai eröffnet und ist dann während der gesamten Festspielzeit bis 29. Mai täglich von 11 bis 24 Uhr geöffnet. Zurzeit steht das prächtige Zelt in Luxemburg bei einem Filmfestival.

Mit dem Kartenverkauf sind die Macher so weit zufrieden, Zahlen gibt es noch keine. Bei den „Gurre-Liedern“, diesem gigantischen Orchesterprojekt im Kuppelsaal (15. Mai), ist man offensichtlich auf dem richtigen Weg, Parkett und Hochparkett sind (allerdings zu günstigen Tarifen) schon komplett ausgebucht.


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