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SO SIEHT ENTSPANNUNG AUS: Harte Klaviermusik zu nächtlicher Stunde  im Liegestuhl hören.

SO SIEHT ENTSPANNUNG AUS:
Harte Klaviermusik zu nächtlicher Stunde
im Liegestuhl hören.

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Konzert

KunstFestSpiele Herrenhausen: Wo das Klavier wie ein Stahlwerk klingt

Nachts um halb eins noch Lust auf härteste Klassik? Aber ja, wenn man ganz loungig im Liegestuhl abhängen und sich dazu einen mild gekühlten Chardonnay genehmigen darf - ist ausdrücklich erlaubt.

Hannover. In Herrenhausen war der international gefeierte Pianist Marino Formenti mit einem in jeder Hinsicht großartigen Mammutkonzert zu Gast. Um acht gings los. Trotz EM war die Orangerie fast ausverkauft, in der Pause stand immerhin ein Fernseher bereit - und das gigantische Feuerwerk in den Gärten (Eintritt für die Konzertbesucher frei) wurde auch abgewartet.

Marino Formenta überblickte in seinen „Liszt Inspections I & II“ die große romantische Klaviertradition (Liszts „Trauergondel“) bis in die Gegenwart, in der von den Pianisten auch gerne mal verlangt wird, mit beiden Unterarmen und aller Wucht die Tasten zu drücken - Heavy Metal für den Bösendorfer. Highlight war Olga Neuwirths Stück für Film, computergesteuertes Klavier und Live-Pianist mit dem entsprechenden Namen „Kloing!“ - in dem der edle Flügel passagenweise dazu gebracht wurde, den Sound einer Eisengießerei zu erzeugen.

Festivals machen dann Sinn, wenn sie das ganz Besondere, nicht überall Erhältliche bieten. Zumindest in dieser Hinsicht sind die Kunstfestspiele auf dem richtigen Weg. Wie auch der Abend davor zeigte. Filmmusik live gespielt zu einem großen Filmklassiker: Schwarzweiß und stumm, „Der Untergang des Hauses Usher“ von 1929 ist vom „Nosferatu“-Kaliber, erzählt recht frei in flackernden Bildern die ebenso berühmte wie schauerliche Edgar-Allen-Poe-Geschichte - dazu spielte die Basel Sinfonietta die frische, Hollywoodnahe Tonspur von Varhan Bauer. Vor der Pause noch etwas ähnlich Exklusives: die gleichnamige Oper von Claude Debussy, sicher etwas für Kenner - die auch überregional angereist waren - aber darum nicht weniger schön. Das Publikum war von beiden Konzertereignissen begeistert, langer, stehender Applaus, viele Bravos.

Bewertung: 5/5


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