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Mal keine Kommissarin – Maria Furtwängler spielt in Berlin die Chris Gorman in „Gerüchte ... Gerüchte“.© dpa

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Kultur

Krimi-Klamauk: Furtwänglers komische Theater-Premiere

Maria Furtwängler am Sonntag, das klingt nach "Tatort". Doch als die 46-Jährige Sonntag vor das Publikum trat, saß dieses nicht vor dem Fernseher, sondern im Theater am Kurfürstendamm in Berlin.

Berlin. Das Stück „Gerüchte ... Gerüchte“ mit Furtwängler in einer Hauptrolle feierte Premiere. Ihr erstes Theater-Engagement. Das ließen sich auch Ehemann Hubert Burda und ihre Kinder, sowie Bürgermeister Klaus Wowereit und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen nicht entgehen.

Das Stück selbst ist ein Klassiker des Boulevard-Theaters von Neil Simon, uraufgeführt 1988 am Broadway. New Yorks Bürgermeister-Vize hat offenbar versucht, sich kurz vor einer Party bei sich zuhause umzubringen, Furtwängler als Chris und Pasquale Aleardi als Ken Gorman entdecken ihn. Als mehr Gäste kommen, wollen Ken und Chris den Vorfall vertuschen. Nach und nach bricht ihr Lügengebilde ein. Der Wahnwitz zieht ein - Krimi-Klamauk.

Furtwänglers Chris ist die naiv-begriffsstutzige Ehefrau, stetig überfordert mit der Gesamtsituation, trinkfreudig. Sie fügt sich ordentlich in das Ensemble ein, das mit Elan diverse Gebrechen, (Ab-)Stürze und Unfälle auf die Bühne bringt. Den routinierteren Ensemble-Mitgliedern gelingt die Darbietung immer einen Tick lauter, souveräner, überzogener. Furtwänglers Fernsehkarriere überschattet ihr Spiel, erst mit fortschreitender Spieldauer schafft sie die Verwandlung vom „Promi auf der Bühne“ zur Rolle Chris häufiger.

Das Plakative, Überschwängliche - vielleicht Harmlosere - des Boulevard-Theaters passt dafür überraschend gut zu der 46-Jährigen, die im „Tatort“ wenig Gelegenheit hat, komödiantisches Geschick zu beweisen. Das größere Problem des Stücks jedoch ist, dass es zeitweise an eine US-Sitcom erinnert, die in der synchronisierten Fassung an Timing und somit an Pointen verliert. Viele der mehr als 10000 Menschen, die bereits Karten für das bis 28. Februar laufende Stück gekauft haben, wird aber der Star auf der Bühne sowieso mehr interessieren als gelegentlich versemmelte Pointen.


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