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© Philipp von Ditfurth

MUSIK

Kooks feiern Geburtstag im Capitol

Das sind herrlich schnutige Engländer, diese Kooks, die vier „Spinner“, zumindest wenn man ihren Bandnamen mal übersetzt. Von Jagger bis zu den Charlatans, bei dem Quartett aus Brighton ist alles drin: dicke Lippen, Britpop und Indie-Rock. Ihr Publikum ist sehr jung und schon ordentlich aufgeregt, das Capitol-Konzert ist ausverkauft. 1600 Zuschauer drängeln sich in der Hitze und singen „Ooh La“.

HANNOVER. Vor der 70er-Kreistapete bearbeitet Alexis Nunez seine Trommel-Felle. Er ist ein Super-Drummer, die etwas konstruierten Songs erblühen durch seinen jazzigen Vortrag. Doch natürlich ist Luke Pritchard, Gesang und Gitarre, der Star der Band. Vielleicht erst auf den zweiten Blick, doch schnell ist klar, wen die jungen Frauen hier favorisieren.

Man kann sich über jeden internationalen Musik-Kometen freuen, der auf seinem täglichen Weg um den Globus die Landeshauptstadt streift. So viele sind das nun wirklich nicht. Doch gerade als Pritchard alle Hemmungen über Bord wirft, die Rampensau rauskehrt und tanzt wie Jagger, wirft ein Spielverderber einen vollen Bierbecher. Luke wird an der Schulter getroffen, dreht sich erschrocken weg, zeigt den Mittelfinger und verlässt die Bühne. Der klasse Song wird abgebrochen, kurze Pause, dann geht es weiter.

Nur: Die Luft ist raus. Es braucht eine gute halbe Stunde, bis die Stimmungsdelle wieder so halbwegs ausgebeult ist. Das Publikums ist ebenso geschockt, zwischen den Liedern ist es erstmal totenstill. Peinlich.
Die Kooks spielen jetzt härter, lauter, schaffen es, sich mit „Sofa Song“ aus dem Tal der Tränen zu ziehen; doch Spaß macht das jetzt nicht wirklich.

Zu der Zugabe empfangen die Fans die Band umso enthusiastischer, wollen beweisen, dass sie den feigen Wurf verurteilen. Und tatsächlich, vor dem letzten Song, bekommt Hugh Harris, Gitarre und Keyboard, von seinen Mannen eine Geburtstagstorte mit Kerzen und Sekt auf der Bühne überreicht. Das ist ein positives Zeichen der Versöhnung und ein fast schon intimer Moment.

Nach 80 Minuten Musik und dem wundervollen „See Me Now“ ist Schluss. Mit Theaterverbeugung und fröhlichen Mienen. Ob sie jedoch noch mal wiederkommen?

von Kai Schiering


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