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HÖRT IHR MICH? Aber klar, ist ja auch gar nicht anders möglich. Kollegah hat auch weibliche Fans. Aber nur sehr wenige.© Behrens

Konzert

Kollegah lässt die Muskeln spielen

Die breite Silhouette wird durch das Schattenspiel auf dem Leinentuch, das vor der Bühne hängt, nur noch verstärkt. Nach dem Intro fällt der provisorische Vorhang und das Publikum bleibt alles andere als cool, wie man es von Kollegah-Fans eigentlich erwarten würde.

Hannover. Der selbstsicher lächelnde Rapper begrüßt den stürmischen Empfang der 1000 Fans im Capitol direkt mit zwei Songs aus seinem aktuellen Album „Zuhältertape, Volume 4“, welches mit Goldstatus in Deutschland ausgezeichnet wurde. Der Erfolg des Rappers, dessen Themen vorzugsweise der Verkauf von Drogen, das Leben als Zuhälter oder das Trainieren auf der Hantelbank sind, schlägt ihm den ganzen Abend aus der Menge entgegen. Geradezu frenetisch werden die martialisch klingenden Songs „Genozid“ und „Lamborghini Kickdown“ mitgerappt und abgefeiert.

Das knallharte Image des 31-Jährigen zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend der „Redlight Tour“. Das zeigt auch gleich mal den Widerspruch zwischen der übertriebenen Coolness der Musik und dem Fieber, das ein solches Konzert eigentlich mit sich bringen soll. Die Arme gehen zwar nach oben, aber sämtliche Handys gleich mit, und bei der Aufforderung zu springen ist nach ein paar Takten die Luft raus. Die Fans bekommen aber dafür, was ihnen versprochen wurde. Das entsprechende Live-Gefühl bringt dann die kleine Tourband mit, die aus den schnellen Beats noch das Musikalischste rausholt. Nachdem zu „Bye Bye Mr. President“ bereits Papiergeldscheine aus Kanonen geschossen werden, folgt ein echtes Highlight der Zuschauer-Interaktion. Kollegahs Tour-Hantelbank wird auf die Bühne gestellt, und ein stämmig gebauter junger Mann mit Cappy darf die „Bosshaftkeit“ von Hannover unter Beweis stellen.

Tatsächlich schafft er 18 Wiederholungen (bisheriger Tour-Rekord) trotz der wirklich vielen Gewichte und bekommt als Belohnung einen Lapdance von einer Tänzerin, die zur Freude der Zuschauer noch für ein paar Lieder auf der Bühne bleibt. Man merkt dem Gangsterrapper an, dass er über seine Karriere hinweg gelernt hat, wie er sein ganz eigenes Publikum optimal live unterhält. Auch ältere Lieblinge der Fans werden gespielt, und bei „Du bist Boss“, das als Youtube-Video fast 14 Millionen Mal angesehen wurde, sind auch die härtesten Anwesenden begeistert. Größter Wermutstropfen ist die Länge des Konzerts. Inklusive einer Zugabe und ohne Vorband ist der selbsternannte „Boss“ für eine Stunde und 20 Minuten auf der Bühne. Für knapp 40 Euro pro Karte ist das zu kurz. Das mag eine Reaktion auf die Tragfähigkeit der Musik für die Bühne sein, aber schade ist es trotzdem.

Bewertung: 3/5


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