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Kultur Knyphausen im Pavillon
Nachrichten Kultur Knyphausen im Pavillon
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15:07 02.03.2018
Hebt ab: Gisbert zu Knyphausen im Pavillon. Quelle: Foto: Woldt
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Hannover

Im Bühnenhintergrund schwebt eine Montgolfiere durch eine träumerische Landschaft. Wohin die Reise geht? Es ist doch schon so vielgeschafft; man ist doch schon ganz schön geschafft. Gisbert zu Knyphausen ist da, ein Faust-Konzert im Pavillon. Melancholie verpflichtet.

Knyphausen hat sich sein neues Album von dem Hannoveraner Jens Eckhoff alias Jean-Michel Tourette von Wir sind Helden produzieren lassen. Nun sitzt der mit auf der Bühne und hilft, die zerbrechliche Schönheit dieses Albums, „Das Licht dieser Welt“, in die ausverkaufte Halle zu bringen.

Es ist ein Licht, das nicht ohne Dunkelheit denkbar ist. Den Liedern ist die Endlichkeit stets eingeschrieben. Auf sanftes Schlagzeug schichten sich Kunstvoll Gitarren, Bass, Klavier, Trompete und Flügelhorn. Und Knyphausen singt dazu – schon im Opener „Niemand“ – Zeilen wie „In einem Wirbel aus Staub, unter welkendem Laub oder in Feuer und Rauch löst du dich irgendwann auf“. Musik für Menschen, die ernüchtert sind oder es noch werden wollen. Singt Knyphausen „Verliebt, verlobt, verheiratet“, folgt zuverlässig „verlassen und einsam“, das übrigens im fröhlichsten Lied des Abends,

Wie erleichtert wirken die gut 1000 Besucher, wenn es dann doch mal etwas flotter wird, wenn Knyphausen etwas in „Stadt Land Flucht“ Blumfeld, Element of Crime und die Einstürzenden Neubauten nicht nur zitiert, sondern auch krachig kanalisiert. Ansonsten lauscht man gut zwei Stunden lang schweigend, ergriffen, betroffen, verzückt und uneuphorisch. Lounge-Möbel wären schön, ein paar Retro-Lampen. Wer kann, sitzt immerhin kopfnickend am Rand der Blackbox Pavillon. Es ist Musik für eine Spätsommernacht, die den Herbst schon in sich trägt.

Von Stefan Gohlisch

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