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IM WANDEL: Die Dexys (großes Bild von links: Sean Read, Kevin Rowland und Lucy Morgan) haben ein neues Album (oben) veröffentlicht und pflegen einen eleganten Retro-Style. In den 80er Jahren liefen sie noch wie Hillbillys herum.

IM WANDEL: Die Dexys (großes Bild von links: Sean Read, Kevin Rowland und Lucy Morgan) haben ein neues Album (oben) veröffentlicht und pflegen einen eleganten Retro-Style. In den 80er Jahren liefen sie noch wie Hillbillys herum.

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NP-Interview

Kevin Rowland und seine Dexys sind zurück

„Come on Eileen“ von den Dexys Midnight Runners gehört auf jeden Soundtrack der 80er Jahre. Nun erschien das Cover-Album „Let the Record Show: Dexys Do Irish and Country Soul“).

Hannover. Wir sprachen darüber mit Sänger Kevin Rowland (62).

Sind Sie immer noch aufgeregt, bevor ein neues Album erscheint?
Ja. Es fühlt sich fürchterlich an: Man bringt sein Baby zur Welt und läuft Gefahr, dass es missverstanden wird.

Wird es einfacher, wenn es nicht ganz Ihr Baby ist, weil es sich um Lieder handelt, die von anderen Menschen geschrieben wurden?

Nein. Denn es bleibt doch mein Baby. Diese Lieder sind genauso persönlich wie meine eigenen, weil ich mein Herz und meine Seele hineingelegt habe. Zu jedem dieser Lieder habe ich eine ganz persönliche Bindung, zu jedem. Bevor ich ein Lied glaubhaft singen kann, muss ich es selber glauben; ohne geht es nicht. Dieses spezielle Gefühl muss man auch bei der Aufnahme erwischen.

Wie haben Sie die Songs ausgewählt?

Sie haben mich ausgewählt. Sie waren einfach da in meinem Unterbewusstsein und haben mit mir gelebt, für lange Zeit. Ich konnte ihnen nicht entkommen. Und dann ist es irgendwann keine Frage mehr, ob man sie singt, sondern nur noch, wie man sie singt.

Ihr Live-Album hieß „Nowhere is Home“ - kein Zuhause, nirgendwo. Sind diese Lieder jetzt eine Art Heimkehr?

Interessante Frage. Vielleicht. Mich fragte mal jemand: „Was sagst du mit diesem Album? Nicht auf, sondern mit diesem Album?“ Und ich dachte: Letztlich sage ich, dass ich ein Sänger bin. Ich habe mich selbst mit meiner Stimme auf dieses Album gebracht.

Die Idee, ein Album mit irischen Liedern aufzunehmen, haben Sie schon lange, oder?

Ja, seit 1983, 1984.

Was hat Sie so lange davon abgehalten?

„What took you so long ...“ (singt). Ich weiß es nicht. Es war nicht der richtige Zeitpunkt.

Was machte diesen jetzt richtiger?

Weiß ich nicht. Wissen Sie, ich bin ein intuitiver Typ. Nach den Aufnahmen von „One Day ...“ dachte ich: Lasst uns nicht noch so ein Album machen; lasst uns dieses machen. Warum auch immer.

„Dexys Do Irish and Country Soul“ heißt es im Titel. Das dehnt den Begriff Soul ganz schön.

Ja, aber es taugt als grobe Beschreibung.

Geht es immer noch darum, ein „Soul Rebel“ zu sein, wie beim ersten Album?

Weiß ich nicht. Was sagen Sie?

Ich finde, damals, in den 80ern, war es durchaus rebellisch, weißen Soul zu machen. Die Midnight Runners wirkten auf mich immer wie eine Band, die, in der Vergangenheit verankert, in die Zukunft blickt.

Aha. Ich finde nicht, dass wir noch rebellisch sind. Eine Frage des Alters. Aber auch darüber denke ich nicht groß nach - nur über die Musik. Schwierig für Sie, weil Sie ja darüber schreiben müssen ... (lacht) Generell schaue ich nicht so gerne zurück, sondern lieber nach vorne.

Dann lassen Sie uns in die Zukunft blicken: Drängt sich jetzt schon ein neues Album auf?

Nein. Ich meinte eben auch die Gegenwart. Lassen Sie uns über die Gegenwart reden. Ich bin froh, dass wir dieses Album gemacht haben. Und ich bin froh darüber, wie es geworden ist.

Sie tragen sehr auffällige Kleidung auf dem Cover, so etwas wie eine Dandy-Version von „Mad Men“. Wie wichtig ist Mode?

Mode? Überhaupt nicht. Mode ist etwas für junge Leute. Es geht um Stil. Es ist Kleidung, die wir mögen. Nennen Sie es, wie Sie wollen. Ich denke, wenn ich es beschreibe, packe ich ein Label drauf und kille es. Das will ich nicht. Es ist Ihr Job, darüber zu schreiben - Singen ist einfacher (lacht).

Was macht etwas stilvoll?

Harte Frage. Weiß ich nicht, keine Ahnung, tut mir leid (lacht). Es muss sich gut anfühlen und gut angucken.

„One Day I‘m Going to Soar“ hieß Ihr vergangenes Studioalbum: Eines Tages werde ich hochfliegen. Wie hoch darf es denn gehen?

Nicht zu hoch. Vielleicht so sieben, acht Meter. Sonst verbrennt man sich (lacht).

 „Let the Record Show:Dexys Do Irish and Country Soul“ (Rhino/Warner).


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