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ARCHIV - US-Schauspieler Johnny Depp kommt am 07.05.2012 in Hollywood zur Premiere seines Films «Dark Shadows». Depp produziert den Familienfilm "Mortimer Wintergreen" und spielt möglicherweise auch in einer Rolle mit. Foto: Paul Buck/dpa (zu "Neues aus Hollywood" vom 16.01.2013)  +++(c) dpa - Bildfunk+++

ARCHIV - US-Schauspieler Johnny Depp kommt am 07.05.2012 in Hollywood zur Premiere seines Films «Dark Shadows». Depp produziert den Familienfilm "Mortimer Wintergreen" und spielt möglicherweise auch in einer Rolle mit. Foto: Paul Buck/dpa (zu "Neues aus Hollywood" vom 16.01.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++© Paul Buck

Interview

Johnny Depp in "Lone Ranger"

Aus der Karibik in den Wilden Westen: Johnny Depp spielt den Indianer Tonto in „Lone Ranger“ (läuft Donnerstag an). Der Hollywoodstar im NP-Interview über Pferdeunfälle, indianische Vorfahren, unwillige Skorpione und Lagerfeuerromantik.

Sie sind vor kurzem 50 geworden. Panik?

Nein, eher Verwunderung. Und Genugtuung. Ein paar Metamorphosen habe ich ja ganz gut hinbekommen. Ich bin zum Beispiel sicher nicht mehr so egoistisch wie früher. Auch bin ich im Laufe der Jahre dünnhäutiger geworden und nehme mir gewisse Dinge viel mehr zu Herzen. (Lächelt) Ich habe ein wunderschönes Leben. Manchmal denke ich, dass ich das alles doch gar nicht verdiene. Aber man sollte sich um Himmels willen auch nicht so ernst nehmen. Eigentlich bin ich noch längst nicht erwachsen! Mindestens einmal pro Tag bricht dann doch wieder der Peter Pan in mir durch.

Die Dämonen von früher halten Sie also gut in Schach?

Ja, zum Glück. Die meiste Zeit jedenfalls. Ich hatte früher sehr viel Wut und Traurigkeit in mir - und jede Menge Aggressionen und Frustrationen. Und wenn da eine bestimmte Schmerzgrenze überschritten war, musste ich einfach Dampf ablassen, um nicht zu explodieren. (Lacht) Manchmal fühle ich, dass ich immer noch auf einem Vulkan sitze. Der bricht zwar nicht mehr bei jedem Anlass aus - aber da schwelt noch jede Menge Groll im Untergrund.

Warum wollten Sie unbedingt den Indianer Tonto spielen?

Weil der ganze Film aus seinem Blickwinkel erzählt wird. Das finde ich sehr spannend. Außerdem fanden Regisseur Gore Verbinski und ich, dass sich die Story etwas an die von Cervantes’ „Don Quijote“ anlehnen sollte - also Tonto als Sancho Pansa und Don Quijote als Lone Ranger. Hinzu kam noch, dass ich dem geschundenen Volk der US-Indianer ein kleines - aber cooles - Denkmal setzen wollte.

Sie haben selbst indianische Vorfahren?

Ja, mütterlicherseits fließt Cherokee-Indianerblut durch meine Adern, worauf ich auch sehr stolz bin. Wenn ich mir die amerikanische Geschichte so ansehe und mir ins Bewusstsein rufe, was die Weißen den Indianern alles angetan haben, dann bin ich höchstwahrscheinlich das Produkt einer Vergewaltigung. Denn genau das haben weiße Soldaten damals mit Indianerfrauen gemacht: sie am Straßenrand vergewaltigt und dann liegen lassen. Das sollte jetzt nicht so melodramatisch klingen … Aber es ist schließlich eine Tatsache.

Stimmt es, dass Sie im Indianerreservat bei Wounded Knee Land kaufen wollen, um es den Lakota-Indianern zurückzugeben?

Ja, das habe ich eigentlich vor. Mal schauen, ob daraus auch etwas wird. Bei Wounded Knee hat die US-Kavallerie im Jahr 1890 ein furchtbares Massaker unter den Indianern angerichtet. Auch das sollte nie vergessen werden.

Viele US-Kritiker haben in Tonto eine Indianer-Version von Captain Jack Sparrow gesehen ...?

Alle Figuren, die ich spiele, haben natürlich auch immer etwas von Johnny Depp. Schließlich ist es immer derselbe Körper, dasselbe Gesicht. Trotzdem bemühe ich mich natürlich, in jeder Figur völlig neu aufzugehen. Ich finde also, dass Jack Sparrow überhaupt nichts mit Tonto gemein hat. Jack ist ein extrovertierter Showman, Tonto ist ein spiritueller Einzelgänger.

Die sieben Monate Dreharbeiten in New Mexiko und am Monument Valley in Utah und Arizona waren ziemlich anstrengend.

Ja, wir hatten extreme Temperaturschwankungen: von 50 Grad Celsius am Tag bis unter null in der Nacht. Dazu kamen Sandstürme, die alles mit Sand und Staub überzogen. Und einmal gab es sogar einen Sandsturm mit Hagel. Wir waren im Handumdrehen voller Lehm und Dreck. (Lacht) Und dann bin ich noch bei vollem Galopp vom Pferd gefallen.

Erzählen Sie!

Als das Pferd mit mir durchging, dachte ich tatsächlich, meine letzte Stunde hätte geschlagen. Ich habe mich bis zuletzt krampfhaft am Sattel und an der Mähne festgehalten, bis ich schließlich herunterfiel. Zum Glück hat mir das Pferd nicht den Kopf zertrümmert. Ich hatte nur einen Hufabdruck auf meiner Brust. Aber am Abend war alles wieder okay. Da saßen wir alle wieder ums Lagerfeuer und haben Lieder gesungen.

Wie man hört, gab es unter den Schauspielern und der Crew auch einige Mutproben. Was war denn Ihre?

(Lacht) Ich wollte mir einen lebendigen Skorpion in den Mund stecken. Aber der wollte das nicht. Mein Nikotin-Atem hat ihn wohl abgeschreckt …

Jerry Bruckheimer war auch die ganze Zeit am Set. Ziemlich ungewöhnlich für einen Produzenten.

Wissen Sie, es gibt Produzenten - und Produzenten. Die einen können nicht mal einen Muffin produzieren, die anderen kriegen Multimillionen-Dollar-Projekte geregelt. Jerry ist einer der ganz wenigen Produzenten in Hollywood, die sich immer für den Film einsetzen. Er war immer für uns da. Und er hat immer alle Entscheidungen gegenüber dem Studio verteidigt.

Nennen Sie doch bitte zum Schluss fünf Dinge, die unbedingt in Ihren Überlebenskoffer gehören.

Liebe, Vertrauen, Verstehen, Freundschaft - und ein Päckchen Zigaretten!

Johnny Depp zum Spielen

HOLLYWOOD. Die Ehre ist, wenn nicht unbedingt größer, aber zumindest exklusiver als einen Oscar zu erhalten: Lego widmet eine zweite seiner Mini-Figuren Johnny Depp. Nachdem er bereits als kleiner Captain Jack Sparrow den „Fluch der Karibik“ in die Kinderzimmer gebracht hat, zieht er nun auch als Indianer Tonto aus „Lone Ranger“ ein. Die doppelte Miniaturisierung haben bisher nur noch Harrison Ford als Indiana Jones und Han Solo sowie Orlando Bloom alias Will Turner („Fluch der Karibik“) und als Hobbit Legolas („Herr der Ringe“) erhalten. Klar, den Lone Ranger gibts natürlich auch, und den üblichen Plastikkram, der dann wieder die Kinderzimmer verstopft. Wer will, kann sich oder seinen Kleinen eine ganze „Lone Ranger“-Silbermine von Lego zulegen. Oder das „Kavallerie-Set“. Oder das „Duell in Colby City“. Oder das „Lager der Comanchen“. Oder gleich alles zusammen im Set aus sechs großen Kartons – das macht mit 300 Euro die Sache ein bisschen billiger.


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Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

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