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Johannes Oerding bei seinem Auftritt im Capitol.© Tim Schaarschmidt

Konzert

Johannes Oerding: Ein Hoch auf Hannover

Johannes Oerding und Hannover, das scheint eine stärkere Liebe zu sein: Wieder ist das Capitol ausverkauft - die Fans sehen einen mitreißenden Auftritt.

Hannover. Hannover scheint die erste Wahl für Johannes Oerding zu sein: „Das zweite Mal im Capitol, das zweite Mal ist es ausverkauft!“, ruft er bewegt von der Bühne hinunter, zu seinen gut 1600 Fans. Und seine Anhänger, die meisten sind weiblich und im besten Ina-Müller-Alter, futtern ihm die Worte aus seiner Hand.

In „Nie wieder Alkohol“ zitiert er die selige Amy Winehouse - „Rehab, no, no, no!“ Doch so schlimm kann es bei dem 33-jährigen Niederrheiner und Wahl-Hamburger gar nicht sein. Eine große Western-Gitarre verdeckt den schlanken Körper, jetzt spielt er die Ballade „Diese Nacht gehört uns“. Das ist schon nahe dran am Schlager, während seine braven Mitmusiker - Moritz Stahl, Gitarre, Robin Engelhardt, Bass, Kai Lindner, Piano und Simon Gattringer am Schlagzeug - fein eingespielt musizieren. Dazu blinkt und glänzt die Lichtschau in den richtigen Momenten blau, rot und rosa. Und ja, manchmal blenden auch die Scheinwerfer in grellem Weiß.

Oerding spricht viel zu seinen Fans, die Musik ist ein gespieltes Feng Shui. In „Traurig aber wahr“ kreischt er mal wie Prince, das steht ihm. Dazu singt er „Turbulenzen“: „Das sind alles, alles nur Turbulenzen“. Die verzaubern im Beatles-Viervierteltakt, es klingelt ein gefälliges Bar-Piano. „Don’t Worry, Be Happy“ singt Oerding weise den alten, indischen Spruch von Guru Meher Baba, setzt sich an den Bühnenrand und spielt im Sitzen weiter. Es wird leise und romantisch. Mit zwei Barhockern und zwei Gitarren wird der Akustik-Part ausgebaut. „Nichts geht mehr“, „Alles verspielt, alles verloren“ und „Sommer fängt im Kopf an“.

Das beeindruckendste an der Stimme sind die Höhen, die er mühelos erklimmt. Die Band kommt zurück, ein Hut schmückt plötzlich Oerdings Kopf. „Hannover, lebst du noch?“ - „Jaaa!“ Und doch will er „Einfach nur weg“. Die Fans würden sicher mitkommen, die Mitsing-Parts bringen es an den Tag. „Und dann suche ich, dann suche ich, dann suche ich - wieder so jemanden wie dich“.

Drummer Simon setzt zum Solo an, die Besucher dürfen zu seinen Takten mitklatschen. „Wo wir sind ist oben“, der alte Rockstar-Spruch passt, das Basssolo rollt zu Queens „Another One Bites the Dust“ und MC Hammers „U Can’t Touch This“. Es scheint, Johannes liebt Cover-Versionen - „weil Hannover ja eine Hip-Hop-Stadt ist!“ Augenzwinkern und „Sing Hallelujah“, es folgt Dr. Albans Disko-Klassiker.

Ist Hannover auch eine Dance-Stadt? Augenscheinlich, denn Johannes rutscht im Moonwalk quer über die Bühne, die Fans sind aus dem Häuschen.

Nach fast zwei Stunden geht es dem Ende zu, „Alles Brennt“ glückt dann als fetziger Abräumer. „Den Deal fürs nächste Jahr, haben wir schon klar gemacht!“, freut sich Oerding mit seinen Freunden. Viel Beifall, eine tolle Stimmung und ein kurzweiliges Konzert.

Am 3. Dezember ist Oerding mit der „Nights of the Proms“ in der Tui-Arena, am 28. August auf der Gilde-Parkbühne. Karten gibt es in den NP-Ticketshops sowie unter tickets.neuepresse.de


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