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Mit Gefühl: Sänger Joel Brandenstein versorgt die Fans mit den Balladen, die sie von ihm erwarten.

Mit Gefühl: Sänger Joel Brandenstein versorgt die Fans mit den Balladen, die sie von ihm erwarten.
© Foto: Wilde

Konzert

Joel Brandenstein verbreitet „Diese Liebe“

Vom Youtube-Kanal auf die Konzertbühnen: Joel Brandenstein erfreute seine Fans im Theater am Aegi mit Balladen und Kuschelrock.

Hannover. Da war der Shootingstar doch tatsächlich kurz aus dem Konzept. 1200 Fans im ausverkauften Theater am Aegi feierten Joel Brandenstein frenetisch, als er auf die Bühne kam. Da wirkte er glatt ein wenig überwältigt.

Und das obwohl der Sänger es gewohnt sein müsste, beobachtet zu werden. Weit mehr als 100 Millionen Abrufe seiner Youtube-Videos verbucht Brandenstein auf seinem Kanal schon. 2014 wurde er mit „Diese Liebe“ zum Star – und kam damit sogar ohne Label in die Charts. Kein ungewöhnlicher Weg dieser Tage.

Live ist aber dann doch anders. Erst seit Mai steht er regelmäßig vor Publikum und gibt ausverkaufte Konzerte mit seiner fünfköpfigen Band. Passend zum Album „Emotionen“ gab es in Hannover zwei Stunden lang fast ausschließlich melancholisch gefühlvolle Herzschmerz-Balladen. Seine warme, etwas raue Stimme passt gut dazu. Songs wie „Grenzenlos“, „In dein Herz“ und „Keine ist wie Du“ drehen sich um Einsamkeit, Zweisamkeit und alle Gefühle und Probleme, die dazwischen liegen.

Angenehm auflockernd waren da die Anekdoten, die der Musiker zwischendurch erzählte. Von seiner Ausbildungszeit zum Industriekaufmann, die „nicht so sein Ding“ war, und seinem unbedingten Willen, Musik zu machen.

Schon zu Beginn gab es Biographisches: Eine Videoeinspielung mit Kindheitsbildern und seiner Stimme aus dem Off. Wermutstropfen dabei: Die war leider viel zu laut für den Saal, genau wie auch die Balladen selbst etwas weniger Lautstärke hätten vertragen können.

Bei den schnelleren Stücken, die es tatsächlich auch gab, passte die Akustik zum Glück wieder. Bei „Graue Stadt“, „Schwarzweiß“ und „Farbenmeer“ wurde sogar geklatscht und getanzt. Besonders gelungen war das Duett mit der Violinistin Pauline Moser. Stimmungsvolle Projektionen und passendes Licht verbreiteten den ganzen Abend eine Kuschelrock-Atmosphäre. Dabei sind Klang, Tempo und Arrangements der Songs eben oft sehr ähnlich, was die Stimmung aufrecht erhält, aber eben auch nicht besonders spannend ist.

Dann die Zugaben mit dem Andreas-Gaballier-Cover „Einmal sehen wir uns wieder“. Und unter lautem Jubel beendet Brandenstein den Abend, so wie er seine Karriere begann: mit „Diese Liebe“.

Von Christian Seibt


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