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Kultur Jan-Josef Liefers mit Radio Doria im Aegi
Nachrichten Kultur Jan-Josef Liefers mit Radio Doria im Aegi
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00:19 02.04.2018
Mit Hut: Jan Josef Liefers serviert deutschsprachigen Pop. Quelle: Foto: Heusel
hannover

 Mit roten Koffern marschieren sie auf die Bühne, die fünf Reisenden von Radio Doria sind wohlbehalten im Theater am Aegi angelangt. Alle Musiker stecken in den gleichen schwarzen Overalls mit dem kleinen Band-Logo auf der Brust, Jan Josef Liefers tritt behütet auf, der Borsalino schmückt seinen Kopf.

Die flutenden Computer-Muster und Grafiken auf der übergroßen Leinwand lockern die Optik auf, befördern aber auch Botschaften und Nachdenkliches. Die 1200 Zuschauer im ausverkauften Haus feiern ihren Helden mit dem Clownsgesicht und der Schuljungenstimme.

Fotos: Heusel

„Es ist schon ein Weilchen her, dass wir hier waren“, erinnert der sich. „2 Seiten“ heißt ihr neues Album, und während der Aufnahmen hatte Deutschland sich verändert: Die „Flüchtlingskrise“, der Riss durch die Gesellschaft, „wir mussten eine Reise unternehmen, um diesen Knoten auszuklamüsern“ – „Dieses Wort ist doch typisch hannöversch, oder?“ Tanzbare Takte, faltenlose deutschsprachige Pop-Musik mit vielen Ah- und Oh-Chören: Transparenz offenbaren sie bei „Wir sind“ und „So schön“, Jens Nickel greift zur Geige, Jan steigt ins Publikum hinab, fragt nach den Namen der Fans.

In ihrem musikalischen Reise-Tagebuch haben dann auch einige lyrische Floskeln über Hannover Platz, die „Lüttje Lage“ scheint dabei eine notorische Berühmtheit zu sein. Liefers ist ein Künstler der gerne die Arme zu seinen Darstellungen hebt, mit Pantomimen-Gesten arbeitet. Ein großer TV-Star, und endlich erwähnt er mal Boerne, Thiel und Alberich, alle johlen. „Ich schlage Rad, aber mitten im Spagat platzt die Naht und der Applaus bleibt aus“, arglose Zeilen wechseln sich mit harter Realität ab, die lange Rede über seine Reise nach Syrien ernüchtert. Mit der Zugabe „Wir werden uns wieder sehen“ beschwören die Dorias Lebensfreude, Miteinander und die Liebe und verschwinden dann flugs mit ihren roten Koffern.

Von Kai Schiering

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