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Der französische Regisseur Jacques Audiard ist mit seinem Flüchtlingsdrama «Dheepan» im Wettbewerb um die Goldene Palme.

Der französische Regisseur Jacques Audiard ist mit seinem Flüchtlingsdrama «Dheepan» im Wettbewerb um die Goldene Palme. © Sebastien Nogier

Film

Jacques Audiard mit Flüchtlingsdrama in Cannes

Cannes (dpa) - Mit einem Film über Flüchtlinge in Europa hat der französische Regisseur Jacques Audiard beim Filmfestival in Cannes ein gesellschaftskritisches Zeichen gesetzt.

Seine Hauptfigur "Dheepan" ist ein tamilischer Krieger in Sri Lanka. Seine Flucht nach Frankreich bringt dann aber nicht die erhoffte Freiheit und Ruhe. Stattdessen findet sich Dheepan in einem sozialschwachen Vorort von Paris mitten in einem Krieg rivalisierender Gangs wieder. "Dheepan" konkurriert im Wettbewerb von Cannes um die Goldene Palme.

Audiards Hauptfigur nimmt zunächst eine fremde Identität an und flieht mit einer Frau und einem Mädchen, die er als Ehefrau und Tochter ausgibt. Die Drei müssen in der neuen Heimat lernen, die Traumata ihrer Vergangenheit zu bewältigen. Dabei entwickelt sich auch langsam eine zarte Liebesgeschichte zwischen Dheepan und seiner angeblichen Ehefrau.

Doch dann geraten die Flüchtlinge in den anonymen Hochhausblöcken immer mehr zwischen die Banden-Fronten - einige Gewaltszenen erinnern dabei stark an Bilder aus Kriegsgebieten. Der heruntergekommene Vorort scheint bei Audiard dabei eine isolierte Region fernab der übrigen Gesellschaft. Polizei und Sozialarbeiter gibt es hier nicht, stattdessen bleiben sich die Menschen selbst überlassen.

"Ich wollte die Realität nicht per se abbilden", betonte Audiard (63) am Donnerstag in Cannes. "Die Gewalt sollte eher im Hintergrund bleiben." Er habe vielmehr die verschiedenen Facetten Frankreichs darstellen wollen; dazu gehörten eben auch die Sozialbauten in den Vororten. Außerdem habe er sich bewusst entschieden, mehr auf seine Charaktere zu fokussieren. So kämpfe Dheepan zu Beginn aus politischen Gründen, später dann für seine Familie.

2009 gewann Audiard für sein radikales Gefängnisdrama "Ein Prophet" beim Filmfestival den Großen Preis der Jury. 2012 stellte er "Der Geschmack von Rost und Knochen" mit Oscarpreisträgerin Marion Cotillard im Wettbewerb vor. Das diesjährige Festival endet an diesem Sonntag mit der Preisverleihung.

dpa


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