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Jörg Gade

Jörg Gade© Ralf Decker

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Interview

Intendant des TfN, Jörg Gade, über die neue Spielzeit

Hartnäckig in Hannover. Evelyn Beyer sprach mit Jörg Gade.

Herr Gade, Sie haben in dieser Saison 60 Jahre Landesbühne gefeiert - wie läuft die Spielzeit?

In Hildesheim fing es ein wenig verhalten an, hat aber dann angezogen und im März, sonst eher ein schwacher Monat, hatten wir 76 Prozent Auslastung im Großen Haus - das ist sehr gut. Und mit den Buchungen der Gastspiele waren wir sehr zufrieden - sie wird aber in 2013/14 noch überschritten, so dass wir uns schon Sorgen machen müssen wegen der Belastung des Ensembles. Aber die Spielzeit startet mit Goethes „Faust“ und schließt mit Brechts „Dreigroschenoper“, es ist ein starkes Programm.

Auch in Hannover starten Sie mit dem „Faust“ und sonst?

Eine wichtige Entscheidung war, die Vorstellungen in Hannover bewusst wie Einzelveranstaltungen zu behandeln. Wir haben festgestellt, dass wir nur sehr begrenzt auf den Reiheneffekt, auf Abonnements setzen können. Deshalb konzentrieren wir uns auf Schauspiel und Musical und halten uns beim Musiktheater zurück. Wir bringen zum Beispiel nicht Brittens „Peter Grimes“ - wohl aber, zum Verdi-Jahr 2013 - seinen „Falstaff“ nach Hannover. Den hat die Oper hier vor zwei Jahren auf Italienisch gezeigt, wir spielen ihn auf deutsch, wo sein Witz besser verständlich ist.

Gleich drei Musicals sind dabei, laufen die am besten?

Musicals laufen gut; aber uns ist es wichtig, uns mit unserer ganzen Bandbreite vorzustellen. Die reicht vom Klassisker schlechthin, „Faust“ bis zum zeitgenössischen Stück von Theresia Walser, einer Tochter von Martin Walser - „Eine Stille für Frau Schirakesch“ ist eine bissige Mediensatire. Und „Wie im Himmel“, das ich selbst inszeniere, nach dem Kay-Pollak-Film, ist jetzt schon ein Renner in der Buchung der Spielorte.

Sie haben im Aegi-Theater den Dienstag gestrichen, dafür den Sonntag erweitert - hat sich das bewährt?

Grundsätzlich ja, die Änderung wurde gut angenommen. Einige wenige sind in unser Langenhagen-Angebot abgewandert - das sind oft Abonnenten des hannoverschen Opernhauses, die lieber ein reines Schauspielangebot möchten. Aber es bleibt das Grundproblem: Das Theater am Aegi ist verdammt groß.

Schwer zu füllen?

Über 500 Zuschauer wären in Hildesheim ein rappelvolles Haus, im Aegi siehts unschön leer aus. Und natürlich ist es viel Aufwand, weil wir mit den großen Kulissen arbeiten. Es bleibt mühsam.

Kommen Sie nicht auf Ihre Kosten?

Zumindest erfordert praktisch jede Vorstellung eine Extra-Werbeaktion - wie etwa die Sekt-Aktion bei High Society. Das macht Spaß, sich so etwas auszudenken, aber es ist auch Aufwand.

Kommt Ihnen manchmal der Gedanke, Hannover lieber aufzugeben?

Zunächst bleiben wir hartnäckig.

Programm im Theater am Aegi:

„Faust“, Tragödie von Johann Wolfgang von Goethe, 28./29. September

„Rocky over the Rainbow“, Rockmusical-Parodie, 9./10. November.

„Die zertanzten Schuhe“, Märchenstück für Kinder ab 6 Jahre, 24. November

„Falstaff“, lyrische Komödie von Giuseppe Verdi, 30. November/1. Dezember.

„Das Geheimnis der Irma Vep“, Gruselkomödie von Charles Ludlam, 4./5. Januar

„Triumph der Liebe“, Musical nach Marivaux, 1./2. Februar

„Ein Käfig voller Narren“, Musical, 8./9. März

„Eine Stille für Frau Schirakesch“, Mediensatire von Theresia Walser, 5./6. April

„Wie im Himmel“, Schauspiel von Kay Pollak, 10./11. Mai


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