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Kultur Inklusives Festival in Hannover
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16:54 11.10.2018
Gemeinsam: : Szene aus dem Stück „Das Glück zu sein!“ vom vierten HIS-Festival. In diesem Jahr beschließt „Philemon und Baucis“ die Trilogie in der Marktkirche. Quelle: Machado Rios
Hannover

„Man kann nicht immer nur reden und soziologisch verklären, sondern machen und tun.“ Für eine Frau, die das sagt, redet ,Christiane Joost-Plate nicht wenig. Aber sie tut es mit so viel Energie, Engagement und ansteckender Begeisterung, dass sie ihr Ziel erreicht: Lust zu machen auf das fünfte Hannoversche Inklusive Soundfestival (HIS), das an diesem Sonntag startet.

Joos-Plate hat eine Vision, eine „InkluVision“ – so heißt der Verein, den sie gründete und mit dem sie alle zwei Jahre HIS organisiert: „Inklusion ist, wenn für alle Menschen, die in einer Gemeinschaft zusammen sind, die entsprechenden Aufgaben anfallen.“ Es klingt wie die Vision einer besseren Gesellschaft, und die soll nun einmal mehr mit Leben gefüllt werden, mit Musik und Tanz, Kunst und Kino.

Neun Veranstaltungen mit mehr als 350 künstlerisch Beteiligten stehen bis 3. November auf dem Programm. An diesem Sonntag geht es los mit dem Chorkonzert „Eine musikalische Weltreise“ los, ab 17 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche.

Unüberhörbar wird es am 27. Oktober in der Innenstadt zugehen, wenn von morgens bis abends inklusive Bands vor dem Hauptbahnhof spielen. n der Marktkirche werden die gesamte nächste Woche Bilder des afghanischen Malers Siavash Osmani zu sehen sein.

Sie flankieren und bereiten vor auf die Kern-Inszenierung des diesjährigen Festivals: ein szenisches Konzert am 19. und 20. Oktober, das Joost-Plate eingerichtet hat. 80 Musiker, darunter das Orchester im Treppenhaus erzählen jeweils ab 20 Uhr Ovids Mythos von „Philemon und Baucis“ neu und schließt damit eine Trilogie an Arbeiten für das HIS an diesem Orte ab.

Die Beispiele machen deutlich, dass es Joost-Plate nicht um die Zurschaustellung von Talenten mit Handicaps geht, sondern um echte Kulturarbeit. Es ist so etwas wie das Lebensthema der Instrumentallehrerin und Musikerin: „Das hängt mit der Geburt meiner Tochter mit Down-Syndrom zusammen. Ich habe gesehen, wie der Weg beschränkt wird für Menschen, die eine etikettierende Behinderung haben“- und das auch im scheinbar so liberalen Kulturbetrieb.

Sie erzählt von Hindernissen, die ihrer Tochter in den Weg gelegt wurden, von Vorurteilen und Ablehnung, von einem kulturellen Dünkel, der strikt sortiert nach begabt und unbegabt. Gerade darum möchte sie beim HIS den Fokus eben nicht auf Behinderung oder Nichtbehinderung richten, sondern alle Menschen erreichen und involvieren: über Alters-, Talent- und Landesgrenzen hinweg.

Und ihre Tochter? Lernte mit fünf Jahren Flöte und spielt heute Cello.

Am Ende gehe es nur um eine an sich ganz einfache Frage: „Wie können wir gemeinsam gut leben?“. Joost-Plate ist sicher: „Wenn man sich um die adäquaten Wege bemüht, kann man alle Menschen erreichen.“ Gelegenheit dazu gibt es die nächsten drei Wochen zuhauf.

Mehr Info über HIS:

inkluvision.info

Von Stefan Gohlisch

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