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EINGELADEN ZU DEN MÜLHEIMER THEATERTAGEN:  „Tod und Wiederauferstehung“.

EINGELADEN ZU DEN MÜLHEIMER THEATERTAGEN: „Tod und Wiederauferstehung“.© Ribbe

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Theater

In der neuen Schauspielsaison wirds kultig

Ob-La-Di, Ob-La-Da, in der neuen Schauspielsaison wirds kultig. „Das weiße Album“ der Beatles als Konzertstück, „Süd Park“ für die Jugend. Und schonjetzt stimmen auch die Zuschauerzahlen wieder.

Hannover. Der Intendantenvertrag ist verlängert, die Zuschauerzahlen steigen, die kollegiale Anerkennung drückt sich in Festivaleinladungen aus, und auch die Sonne schien gestern bei der Pressekonferenz des Schauspiels Hannover: Da muss die neue Spielzeit gut werden.

Was Lars-Ole Walburg und sein Team vorstellten, klingt auch verheißungsvoll. Gegenwartsdramatik, Klassiker, Musik und Kult, alles dabei. Verblüffend die Eröffnung: „Das Wirtshaus im Spessart“ kennt man als knalligen Film-oldie mit Liselotte Pulver. Doch Walburg greift auf die Schauergeschichten-Erzählung von Wilhelm Hauff zurück und will darin „die momentane Befindlichkeit der Deutschen ausloten“ - die „German Angst“. Spannend.

Literarischen Vorlagen entstammen auch das Auswandererdrama „Hiob“ nach Joseph Roth und „Das Mädchen Rosemarie“ - Erich Kuby schrieb den Roman nach dem prominentesten Kriminalfall der Nachkriegsgeschichte, dem Mord an einer hübschen Hostess. Klassiker gibts, Anton Tschechows „Drei Schwestern“ und Shakespeares „Sommernachtstraum“, auch Erfolgsstücke wie die neue französische Gesellschaftskomödie „Der Vorname“ - über Eltern, die ihr Kind Adolphe nennen wollen. Hochaktuell „Corpus Delicti“ von Juli Zeh, ein Schauprozess in einer Gesundheitsdiktatur, auch als Erzählung erschienen.

Und kultig wirds. Helter Skelter und Ob-La-Di, Ob-La-Da: „Das weiße Album“ der Beatles wird im Schauspielhaus zum Live-Konzertstück. Kenny, Cartman, Kyle und Eric entsteigen der Glotze und machen in „Süd Park“ den Ballhof Zwei unsicher, immer schön politisch unkorrekt.

Apropos junges Schauspiel: Kafkas „Verwandlung“ macht derzeit wohl jeder, interessanter schon Wolfgang Herrndorfswuchtige Jugend-Roadgeschichte „Tschick“. Und Enercity sponsert diesmal eine Jugendproduktion im großen Haus: „Peter Pan“ hat in Berlin Robert Wilson inszeniert, in Hannovermachts Mina Salehpour. Die Jugendsparte ist im Aufwind, meldet Auslastungen von 93 und 88 Prozent im Januar und hat zehn Prozent mehr Karten verkauft. Da spiele man ganz oben in der deutschen Theaterliga, so Walburg, doch auch bei den „Vollzahlern“ bewege man sich „im schwarzen Bereich“, bei etwa 75 Prozent Auslastung im Schauspielhaus und deutlichem Einnahmeplus. Es habe halt gedauert nach dem Wechsel.

Qualitätsbeweis fürs Haus: Gleich drei Aufführungen dieser Spielzeit („Von den Beinen zu kurz“, „Tod und Wiederauferstehung ...“ und „Fatima“) sind bei den Mülheimer Theatertagen vertreten, „das gabs meines Wissens noch nie“, sagt Walburg. Das wird sich jetzt nicht wiederholen: Man setzt zwar weiter auf Gegenwartsstücke wie Marius von Mayenburgs „Märtyrer“ über einen jungen christlichen Fundamentalisten oder Nis-Momme Stockmanns „Der Freund krank“ über ein zurückgelassenes Leben. Doch es sind keine Uraufführungen: „Wir wollen mit dem unguten Brauch brechen, dass junge Dramatiker nur einmal gespielt werden“, so Walburg.

Das Berliner Puppentheater Helmi verbringt die Spielzeit am Haus und lässt im Ballhof „Der Minator 2 - Judgement Day“ über die Bühne toben; und auch Kabarettist und Autor Rainald Grebe gastiert drei Jahre am Schauspiel Hannover. Für seine große Show „Das Anadigiding“ sucht er noch Geschichten rund ums Handy.

STICHWORTE ZUR SPIELZEIT

„Das Wirtshaus im Spessart“ eröffnet am 7. September die Spielzeit im Schauspielhaus, Regie Lars-Ole Walburg. Außerdem dort neun weitere Stücke,darunter Tschechows „Drei Schwestern“, für Kinder „Peter Pan“, als Konzert „Das Weiße Album“, Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ „Corpus Delicti“ von Juli Zeh.

„Die Soldaten“, aus dieser Spielzeit verschoben, eröffnet am 8. September die Cumberlandsche Bühne, spannend wird dort auch „Sie können das alles senden!“, ein Theaterabend über Reden in der Demokratie.

Mit hochkarätigen Gastspielen erfüllt Walburg Zuschauerwünsche, so kommen der Dresdner „Faust“ und „Sturm“ vom Wiener Burgtheater.

Am Sonntag, 28. April, 11 Uhr, stellt Walburg die Spielzeit bei einem Frühstück vor. Eintritt frei.


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