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Erfolgreich: Im Juli gewannen die Killerpilze (von links: Maximilian „Mäx“ Schlichter, Fabian Halbig, Regisseur David Schlichter und Johannes Halbig) beim Filmfest München mit „Immer noch jung den Publikumspreis.

Erfolgreich: Im Juli gewannen die Killerpilze (von links: Maximilian „Mäx“ Schlichter, Fabian Halbig, Regisseur David Schlichter und Johannes Halbig) beim Filmfest München mit „Immer noch jung den Publikumspreis.

Doku

„Immer noch jung“ – die Killerpilze

In den Nuller Jahren waren die Killerpilze eine der erfolgreichsten Teenie-Bands, durchaus widerwillig. Dann wurden sie von ihrer Plattenfirma fallengelassen. Ihre Geschichte zeichnet nun die Dokumentation „Immer noch jung“ nach.

Hannover. 2008 war Schluss, nach nur zwei Jahren. Die Band, schlug die Plattenfirma vor, könne sich ja auflösen und medienwirksam wieder zusammentun oder unter neuem Namen weitermachen oder ein Abba-Coveralbum aufnehmen. So könne man jedenfalls nicht weitermachen. Adieu, tschüs, goodbye. „Nach dieser ganzen Blase waren es plötzlich wieder nur wir drei“, erinnert sich Johannes Halbig: „Da wussten wir: Okay, die Basis steht.“ Eine Menge Sturheit spricht aus dieser Szene, dazu Selbstvertrauen und ein Tick Naivität. Rührend ist sie allemal – wie so viele aus dem preisgekrönten neuen Film „Immer noch jung“, der die Geschichte der Band Killerpilze nachzeichnet.

Neun bis 13 Jahre waren sie alt, als es losging. 24 bis 28 sind sie heute. „Immer noch jung“ erzählt von drei Schülern (Johannes „Jo“ Halbig, Maximilian „Mäx“ Schlichter und Andreas „Schlagi“ Schlagenhaft), die 2002 in Dillingen an der Donau begannen, Punkrock zu spielen, weil man in der Provinz ohnehin nichts Anderes zu tun hat, die Halbigs kleinen Bruder als Trommler akzeptierten, weil der gerade ein Drumset zu Weihnachten bekommen hatten und die dann mit ihrer unbekümmerten Musik erst die Provinz und dann ganz Deutschland eroberten.

2006 gab es den ersten Plattenvertrag und gleich den ganz großen Durchbruch. Die Plattenfirma schaute zu, als die Teeniepresse die jungen Musiker erst als Gegengewicht zu den damals omnipräsenten Tokio Hotel aufbaute, und ließen sie fallen, als die Killerpilze als „Bravo“-Band gebrandmarkt waren. Gründungsmitglied „Schlagi“ war da längst ausgestiegen: „Das war kein Punkrock mehr“, erinnert er sich nun in dem Film.

„Immer noch jung“ zeichnet nicht nur die Geschichte einer Band nach, sondern auch ein entlarvendes Bild einer menschenfressenden Pop-Industrie. Weggefährten und Kollegen wie Moderator Klaas Heuer-Umlauf oder Jennifer-Rostock-Sängerin Jennifer Weist kommen zu Wort. Und am Ende bleibt doch ein Bild der Hoffnung: von einer Band nämlich, die einfach weitermacht, zur Not eigenfinanziert, Klinken putzend und per Ochsentour. „Ich will“, sagt Jo einmal, „den Leuten in Erinnerung bleiben als eine Band, die einen einzigartigen Weg gegangen ist.“ Dieser Film, der verständlicherweise beim Filmfest München den Publikumspreis gewann, lässt daran keinen Zweifel.

Die Killerpilze stellen ihren Film am 23. September in Hannover vor: ab 18 Uhr im Cinemaxx am Raschplatz.

Von Stefan Gohlisch


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