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VIVA LAS VEGAS: Grahame Patrick gibt im Theater am Aegi den Elvis.

Konzert

Im Theater am Aegi geht "Elvis - Das Musical" auf Zeitreise

Hauptdarsteller Grahame Patrick ist ein begabter Imitator. Mit Tolle, Glitzeranzug und Gitarre kopiert er Elvis, und das sicher und authentisch in jeder Dekade. Er kennt die Spannungsbögen des Südstaaten-Singsangs und den Rock ’n’ Roll, hält mühelos die langen, ausklingenden Höhen. „Elvis - Das Musical“ im Theater am Aegi beginnt mit einem schicksalsträchtigen Song: „My Way“ ist zugleich Rückblick und Nachruf.

Hannover. Mit „My Happiness“ und „That’s All Right, Mama“, mit Sam Phillips und den Sun Records also, geht die Geschichte richtig los. Elvis wechselt zur RCA und verkauft von seiner ersten Single „Heartbreak Hotel“ gleich zwei Millionen Exemplare. 60 Jahre ist das nun her, beeindruckend, schön und gut. Doch wann kommt endlich mal ein Elvis-Musical, das den wahren Elvis zeigt? Den Zerrissenen, den Getriebenen. Dessen Herz pendelte zwischen Familie und Bühne, dazu war er gefangen vom eiskalten Händchen seines dubiosen Managers. Das Publikum hier bekommt nur den glücklichen Elvis serviert. Friede, Freude, Las Vegas. Diese Biografie ist golden, Elvis wird praktisch über Nacht zum Superstar, hat Schlag bei den Frauen und ist ein richtiger Kumpel-Typ.

Die Songs entschädigen für die Naivität der lustigen Revue. Bei „Are You Lonesome Tonight?“ zeigt sich die ganze Größe Patricks. Der Song - schwer, weil Schnulze - ist perfekt vorgetragen. Dazu singt das legendäre „The Stamps“-Quartett unter der Leitung von Ed Enoch. Der stand jahrelang live im Backgroundchor von Elvis - mehr Zeitzeugentum geht in Hannover gerade nicht. Ihre gemeinsame A-cappella-Version vom Gospel „Sweet Sweet Spirit“ ist einfach fantastisch. Elvis hätte das geliebt, seine drei Grammys bekam er schließlich alle für Gospelmusik.

Das Musical zeigt viele Originalfilmsequenzen, dazu Fotos aus allen Jahrzehnten. Elvis lächelt mit seiner Priscilla und posiert mit der Band, etliches davon ist bekannt, doch allein seine Körpersprache in Shows und Filmen ist es wert, noch einmal genau hinzuschauen.

„Can’t Help Falling In Love“ und „Suspicious Minds“ sind heutzutage vielleicht die populärsten Elvis-Songs, die Showgirls „The Heartbreakers“, sind herrlich anzuschauen, die siebenköpfige „Las Vegas Showband“ spielt sauber und routiniert. Und das Theater am Aegi feiert genussvoll den Kult um ihren King.

Bewertung: 4/5

VON KAI SCHIERING


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