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DAS MISCHEN MACHTS: Raphael Marionneau liebt das Verbinden von elektronischer Musik mit Klassik.

DAS MISCHEN MACHTS: Raphael Marionneau liebt das Verbinden von elektronischer Musik mit Klassik.© Natalie Becker

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Interview

Im NDR-Sendesaal: Konzert mit DJ, Gedeck und Grieg-Musik

Raphael Marionneau ist Monsieur Chillout, der französische DJ lebt in Hamburg, im Umfeld des legendären Mojo-Clubs, wo er als Meister der Entschleunigung gefeiertwird, und hat auf N-Joy-Radio die Reihe „N-Joy abstrait“. Sein Motto: „Calm down. Come home. Relax.“

Hannover. Wie bekommt man eigentlich Klassik-Leute auf die Lounge-Schiene?

Am besten durch den Kontrast. Vorher hat man in diesem Konzert großsinfonisch „Peer Gynt“ gehört, bei mir gibt es Elektronisches. Aber da man davon ausgehen kann, dass das Publikum an diesem besonderen Abend jünger ist, wird es keine Probleme geben, weil viele eben auch mit den elektronischen Klängen vertraut sind. Die Musik, die ich auflege, wird schon einen klassischen Touch haben.

Gibt es überhaupt Gemeinsamkeiten von Klassik und Chill-Musik?

Gibt es, man muss sie finden. Da ich schon jahrelang in diesem Bereich arbeite, habe ich einiges zusammengestellt, was auch entsprechend intelligent gemacht ist.

Wie hört sich das an?

Manche schaffen das ziemlich geschickt, klassische Instrumente mit Elektronik zu mischen. Dadurch kann man eine Brücke schaffen zwischen den beiden Musikformen - und das wollen wir mit diesem Konzert auch versuchen.

Wird dann auch Klassik in die Elektronik gesampelt?

Unbedingt. Wenn dann beispielsweise berühmte Klaviermusik von Claude Debussy elektronisch verarbeitet, verlängert wird. Diese schwebenden Klänge wirken wunderbar beruhigend.

Muss man dafür als DJ eine irgendwie geartete klassische Ausbildung haben?

Als ich jung war, habe ich immerhin in Frankreich im Chor gesungen - und viele Jahre klassische Musik aufgelegt. In Hannover auch schon beim Internationalen Violinwettbewerb von der Stiftung Niedersachsen, die „Classic Lounge“ in der Orangerie in Herrenhausen.

Geht so etwas?

Aber ja, Sofa aufstellen, klassische Musik hören und chillen. Das mache ich seit gut zehn Jahren, das Interesse wächst, die Deutsche Grammophon hat das auch schon entdeckt.

Und die Zukunft? Statt eines Konzerts für Violine und Orchester mal eins mit Turntables und Orchester?

Muss man sehen, dafür braucht man schon ein besonderes Publikum. Das Risiko ist schon ziemlich groß. Ein großes Orchester, das kostet schon was, wäre aber eine Möglichkeit, auch Leute zu bekommen, die eher Lady Gaga als Beethoven hören. Es gibt so viele gute Musik in der Klassik.

Wo sieht ein DJ den Unterschied zwischen klassischer und elektronischer Musik?

Für die klassische Musik braucht man viel größere Konzentration. Und die Dynamik ist einfach viel größer, und sie hat einen anderen Beat. Aber man kann es verbinden und diese Konzentration auch mit elektronischer Musik erreichen - wenn man beides richtig mischt. Ich lege regelmäßig im Hamburger Planetarium auf. Und das ist es dann: die wunderbaren Klänge hören, sich dabei die Sterne anschauen, ein Gefühl für die Unendlichkeit bekommen - ein besseres Chillen gibt es nicht.

Vielleicht mal Lust, in der Elbphilharmonie aufzulegen - wenn sie denn mal fertig wird?

Unbedingt. Für die Generation 60 plus. Ich würde Beruhigendes bringen. Auch hier ist chillen ganz wichtig. Relax!

INFO:

Große Musik und Chillen mit dem DJ am Sonnabend (ab 20.30 Uhr) im Großen Sendesaal: Der Abend beginnt mit der wundervollen Musik von Edvard Grieg und dem melancholisch-sinnlichen Monolog der Solveig – gelesen von TV-Star Martina Gedeck. Die Musik spielt die Radiophilharmonie unter Eivind Gullberg Jensen. Im Anschluss an das gut einstündige Konzert gibts Lounge und Chill-out-Party im Foyer mit DJ und Soundpilot Raphael Marionneau.


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