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Tierisches Theater: Szene aus  „Tigern“ im Ballhof zwei.

Tierisches Theater: Szene aus „Tigern“ im Ballhof zwei.
© Urban Jörén

Theaterformen

Im Ballhof ist die „Tigern“ los

Eine so böse wie lustige Metapher auf unseren Umgang mit dem Fremden: Im Ballhof zwei wurde bei den Theaterformen „Tigern“ gezeigt.

Hannover. Der Taxifahrer ist empört: Der Fahrgast ist ausgestiegen, ohne die Rechnung zu begleichen. „In diesem Land wird bezahlt“, schimpft er. Dass es sich bei dem Fahrgast um eine Tigerin handelt – geschenkt. Ordnung muss sein. Wo käme man hin ...

Erkennendes Lachen im Ballhof zwei: Als Teil der Theaterformen wurde dort „Tigern“ gezeigt, ein Stück der Rumänin Gianina Cărbunariu in einer Inszenierung von Sofia Jupither von der schwedischen Jupither Josephsson Theatre Company. Wir haben es hier mit einer Mokumentary zu tun, also einer Pseudodokumentation.

Die Tigerin ist los, ausgebüxt aus dem Zoo einer normalen europäischen Kleinstadt, sie erkundet die Verhältnisse und bleibt eine Fremde. Dazu gehört man erst ab der dritten Generation, heißt es einmal. Ihre Eltern aber kommen aus Sibirien.

Die Theatermacher – so behaupten sie – zeichnet nun ihren Weg nach, vom Beginn der Flucht um 9 Uhr morgens bis zu deren jähem Ende durch tödliche Schüsse um 14.07 Uhr. Ein Säuferpaar kommt zu Wort, das seine Gastfreundschaft vergolten haben möchte, Bankangestellte, die dem Tier Kredite aufzuquatschen versucht haben, Delegierte der Krähen, Tauben und Spatzen der Stadt, ein Rentner mit zu viel Zeit und zu wenig Leiden in der Stimme, wie der ihn begleitende Dokumentarist findet, und zum Schluss auch die tierischen Nachbaren der Tigerin.

Eine böse Metapher wird da gezeigt. Und die ist so lustig wie scharfsinnig.

Von Stefan Gohlisch


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