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Kultur Igor Levit spielt Mendelssohn
Nachrichten Kultur Igor Levit spielt Mendelssohn
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00:26 31.05.2018
Locker: Im T-Shirt probt Igor Levit im Großen Sendesaal mit der Kammerphilharmonie Mendelssohn. Als Zugabe spielt er am Abend das c-moll-Allegretto von Schubert. Quelle: Foto: Kutter
Hannover

Glück lässt sich noch steigern? Aber klar, findet Igor Levit. Das heißt dann „Mendelssohn-Glück“, wie der Starpianist nicht müde wird per Twitter zu verbreiten – die Menschheit wäre besser, wenn sie mehr Mendelssohn hören würde.

Ein Stückchen besser wurden zumindest die Zuhörer im ausverkauften Großen Sendesaal. Igor Levit wagte sich hier an die beiden Mendelssohn-Klavierkonzerte, die unverständlich selten im Konzertsaal auftauchen – eins vor, eins nach der Pause. Und auch das wurde wieder zu einer kleinen Sternstunde, die diese Musik dem konsequenten Ansatz von Levit verdankt.

Das Laufwerk funktionierte bewundernswert. Von schwülstiger Romantik, die man in diese Konzerte auch legen kann, war nichts zu spüren. Dem wunschkonzertnahen Adagio des zweiten Konzertes wurde jeder Chopin-Schummer genommen. Trotzdem hatte alles in dem für Levit typischen glasklaren Anschlag ein Maximum an Ausdruck. Keine falsche Empfindsamkeit, dieser Mendelssohn klang unglaublich heutig.

Igor Levit war im Programm als Dirigent aufgeführt, wobei sich das eher auf energische Blicke in Richtung Streicher und Holzbläser beschränkte. In den vorausgehenden Proben hatte er sein Konzept ungeschmälert vermittelt: Dramatik und ein Rückbezug dieser Konzerte auf Ahnherr Beethoven. so fühlt sich strenges Glück an.

Das Ganze kam elegant federnd rüber, allerdings auf Stahlfedern. Und die hatte auch das Orchester eingezogen. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen spielt nach historisch informierter Praxis, mit knallenden Pauken, angeschärften Blechbläsern und drahtigen Streichern.

Das bekam auch Schubert sehr gut, von dem seine fünfte Sinfonie und die „Ouvertüre im italienischen Stil“ erfrischend straff interpretiert wurden.

Eigentlich müsste man Levits Mendelssohn-Exerzitien auf CD herausbringen, damit noch mehr dieses Glück erfahren: „Mal sehen“, so Levit, „jetzt ist erstmal diese Tour dran.“

Von Henning Queren

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