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HOCHKONZENTRIERT: Pianist Igor Levit und die NDR-Sinfoniker aus Hamburg überzeugen im Kuppelsaal mit ihrer Interpretation von Beethoven.

HOCHKONZENTRIERT: Pianist Igor Levit und die NDR-Sinfoniker aus Hamburg überzeugen im Kuppelsaal mit ihrer Interpretation von Beethoven.© Philipp von Ditfurth

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Konzert

Igor Levit begeistert mit Beethoven

Es wird außergewöhnlich – das ist immer so, wenn Igor Levit ein Heimspiel gibt. Der Ausnahmepianist war mit den NDR-Sinfonikern aus Hamburg im ausverkauften Kuppelsaal und testete auf seine Art die neue Akustik, mit dem zweiten Klavierkonzert von Beethoven, in dem beide das Herz von Mozart entdeckten.

Hannover. Kein Titanengedonner bei diesem frühen Werk, Levit setzte auf gläserne Strukturen, schlanke Dramatik und eine immer wieder erstaunliche Geläufigkeit – in der Klarheit liegt hier die Wahrheit.

Mit der Akustik des Kuppelsaals zeigte sich Levit nach dem Konzert zufrieden: „Das klingt alles deutlich viel besser.“ Seine Befürchtung, dass man den Tastenzauber mit den untersten Lautstärkegraden im oberen Rang nicht mehr wahrnehmen könnte, hatte keine Berechtigung. Auch die leisesten Anschläge waren rund und konturiert zu hören.

Zum Erfolg trug auch Dirigent Thomas Hengelbrock bei, der ebenfalls auf straffe Tempi und kontrolliertes Forte setzte – mit einem Adagio ohne alle Gefühligkeit und einem Rondo mit angemessener Rasanz. Riesenapplaus der 2500 Zuhörer und eine Levit-typische Zugabe: die „Polka“ von Schostakowitsch mit Esprit.

Auch bei Brahms gibt es Neues zu entdecken, wie dieser bemerkenswerte Abend bewies. Hengelbrock setzte auf rekordverdächtige Tempi: So schnell ist die dritte Sinfonie selten vorbeigezogen. Die Melancholie, die diesem Werk immer gern angeheftet wird (spätestens seit dem Film „Lieben Sie Brahms?“), wich einer durchtrainierten Kraft – die durch die sechs im Bühnenhintergrund über die Breite aufgestellten Kontrabässe mächtig grundiert war.

Mit der großen Brahms-Besetzung stiegen auch die Anforderungen an die Saalakustik, die den Klangbrocken gut meisterte und auch nicht verschwieg, dass die Hörner an diesem Abend nicht so richtig in Form waren. Aber egal, die Interpretation war einfach großartig. Und Hengelbrock legte noch nach und ließ es mit dem Finale aus Dvo?áks Achter nochmals richtig krachen. Toller Abend.


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