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Ein zärtlicher Moment: Adrian (Jeremy Miller) und seine Mutter (Verena Altenberger) schauen sich den Sternenhimmel an.

Ein zärtlicher Moment: Adrian (Jeremy Miller) und seine Mutter (Verena Altenberger) schauen sich den Sternenhimmel an.
© Foto: Filmperlen

Kino

Hommage an die Mutter – „Die beste aller Welten“

Ein Junge wächst in einem Drogenhaushalt auf. Adrian Goiginger erzählt in dem Atem raubenden Drama „Die beste aller Welten“ (Kinostart am 28. September) die Geschichte seiner eigenen Kindheit. Gewidmet hat er den Film seiner Mutter, die im Alter von nur 39 Jahren starb.

Hannover. Eine Kindheit zwischen Fürsorglichkeit und Drogenrausch, Unordnung und Not, aber auch voller Liebe, Lust am Abenteuer und Fantasie. Das passt im emotional wuchtigen Spielfilmdebüt des Salzburger Regisseurs Adrian Goiginger zusammen, der aus der Perspektive eines Jungen von seinem eigenen Leben erzählt, vom Aufwachsen im Außenseitermilieu der Mozartstadt.

Kommt jemand vom Amt, wird „heile Welt“ gespielt

Als Siebenjähriger beobachtet er den verzweifelten Kampf der Mutter gegen ihre Heroinabhängigkeit, die Streitereien mit ihrem Freund, die Junkies, Dealer und Kleinkriminellen, die die mit Decken abgedunkelte Wohnung bevölkern und nicht selten über den Balkon einsteigen. Nur wenn jemand „vom Amt“ kommt, wird schnell aufgeräumt und eine heile Welt vorgespielt. Ein anderer wäre vielleicht an den Gegensätzen zerbrochen, Adrian nimmt das alles als Normalität hin, kennt er es doch nicht anders, auch wenn er sich schon mal wehren muss, weil ihm einer der Kumpels Wodka einflößen will. In der Schule gilt er als cooler Typ, zeigt den anderen wie man raucht und wenn ihn die wilden Partys zu Hause nerven, flüchtet er sich in Heldenträume, besiegt Dämonen.

Anrührende Leistung zweier exzellenter Darsteller

Dem jungen Jeremy Miller, der sich im Casting gegen 200 Konkurrenten durchsetzte, folgt man fast atemlos und Verena Altenberger spielt eine starke Frau, die sich immer wieder gegen das Schicksal aufbäumt. Die Hommage des Regisseurs an seine mit nur 39 Jahren verstorbene Mutter geht unter die Haut. Ihre Versuche, clean zu werden und ihren Sohn trotz aller Misere vor der rauen Realität zu schützen, sind anrührend, wie seine Versuche, ihr hilfreich zur Seite zu stehen.

Goiginger gelingt eine intensive, aber niemals larmoyante oder voyeuristische Betrachtung der Zerrissenheit zwischen Mutterliebe und Sucht. Durch die Liebe zueinander schaffen sie „Die beste aller Welten“, in der ein romantisches Lagerfeuer unter Sternenhimmel an der Salzach in einem zärtlichen Moment Armut und Alltag vergessen lässt. Trotz schonungsloser Härte keimt zwischen märchenhaften Szenen und Trostlosigkeit ein Hoffnungsschimmer.

Von Magret Köhler / RND


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